06.06.11

Heute wie angekündigt also der zweite Teil des Artikels zu meinen Erfahrungen mit der Direktvermarktung. Heute geht es um die „Hier-werben Seite“, Xing und die Preise, die man für eine Werbefläche verlangen kann.

Im ersten Teil habe ich ja schon den Punkt Kommunikation und Kontakte angesprochen. Für mich der wichtigste Punkt bei der Direktvermarktung. Dicht dahinter komm die „Hier-werben Seite“ die auf großen Portalen und Magazinen schlichtweg Mediadaten genannt wird und meist auf einen Vermarkter verweist.

Hier werben – Eine Seite, eine Aufgabe

Werbeflächen

Diese Seite darf nicht fehlen, wenn man den eigenen Blog aktiv vermarkten möchten. An dieser Stelle möchte ich  ein paar Punkte aufzählen, die für diese Seite wichtig sind. Ich habe leider schon einige Seiten gesehen, die nach dem Motto „Sie können hier werben, schreiben Sie mir eine Mail“ erstellt wurden. Keine Infos und kein Anzeichen auf einen Hauch Professionalität oder Geschäftssinn. So funktioniert das natürlich nicht, gerade wenn man einen recht „jungen“ Blog hat, der noch keine wirkliche Reputation genießt. In meinen Augen sind deswegen folgende Punkte notwendig:

  • Ein einleitender Satz oder Abschnitt.
  • Zielgruppe und Themen-Schwerpunkte erwähnen
  • Statistiken: Besucher, Seitenaufrufe und Stammleser (Twitter, Facebook, RSS-Feed usw.)
  • Die Werbeflächen inkl. grafische Übersicht, Größen, Preise und Verfügbarkeit
  • Text-Reviews + Preise (wenn möglich)
  • Hinweis auf Rechnung und ggf. MwSt.

Das sind in meinen Augen die wichtigen Eckpfeiler einer Hier-Werben Seite. Genau nach diesem Schema ist auch meine Seite aufgebaut und ich habe bisher selbst von nicht Werbenden sehr positives Feedback erhalten:

…übrigens finde ich Deine “Hier Werben” Seite von der Gestaltung her, eines der besten die ich im Internet bis jetzt gefunden habe! via Csaba Nagy

Das ein aktuelles Beispiel für positives Feedback, was mich natürlich sehr freut.

Weitere Möglichkeiten der Bekanntmachung

Wir hab jetzt schon mal die 2 wichtigsten Punkte besprochen wenn es um die Vermarktung geht. Die Kommunikation und daraus resultierende Kontakte und Kooperationspartner und die Hier-werben Seite. Natürlich kann man auch weiter aktiv daran arbeiten seine Werbeflächen zu vermarkten. Eigentlich wollte ich an dieser Stelle näher auf Xing eingehen, allerdings hab ich mich dazu entschieden verschiedene weitere Möglichkeiten aufzuzählen:

  • Xing – Eintrag bei Ich suche (Werbepartner) und ich biete (Werbeflächen)
  • Xing – Aktive Suche nach passenden Werbepartnern, die  ebenfalls im Profil angegeben haben, dass sie Werbepartner bzw. Werbeflächen suchen.
  • Dummy Banner mit einer kurzen deutlichen Aufschrift (Hier werben, Ihre Werbung hier, oder ähnliches)
  • Konkurrenz bzw. Mitbewerber durchleuchten. Wer wirbt dort? Wäre für die Firma auch Werbung bei mir interessant?
  • Interview-Partner ansprechen. Hattet ihr ein Interview mit einem Entwickler dessen Werbung zu eurem Blog passen würde? Einfach freundlich nachfragen.
  • Werbenetzwerke durchforsten. Wer bei Trigami Aufträge erteilt, könnte auch an anderer Werbung interessiert sein. Das gilt natürlich für alle Netzwerke.

Das also ein paar Idee, wie man sich aktiv um Werbekunden bemühen könnte. Selbst ein Tweet oder eine Facebook-Meldung mit „Werbefläche ab sofort frei“ kann Erfolg bringen. Zudem könnte man einen Gratis-Monat anbieten. Es gibt im Endeffekt viele Möglichkeiten, man muss nur etwas kreativ sein und auch eine direkte Anfrage nicht scheuen. Mehr als ein Nein wird in der Regeln nicht kommen und im besten Falle gibt es eben ein Ja 😉

Preise – prostituiert euch nicht

Viele haben am Anfang so ihre Problemchen mit den richtigen Preisen. Mir ging es auch so. Ich wollte die Latte nicht zu hoch setzen, damit das Angebot interessant erscheint, aber auch nicht zu tief, denn wenn ich schon Werbung einblende, soll auch ein bisschen was dabei herum kommen. Wie also bestimme ich nun meine Preise?

Vorweg: Ich denke es gibt kein Weg, den man pauschal für die Preisfindung anwenden kann. Es kommt immer auf die Themen, also auf die Zielgruppe an. Zudem sind natürlich Besucherzahlen und Seitenaufrufe wichtig und auch die Reputation und die damit verbundene Aktivität im Blog spielt eine große Rolle.
Grundsätzlich finde ich eine Sache extrem wichtig: Man muss die Entwicklung eines Blogs mit einbeziehen. Zitat aus dem ersten Teil des Artikels, das von einem Werbepartner stammt:

Der Blog entwickelt sich sehr gut und ist auf der Überholspur – Bevor ein andere die Werbefläche hat…

Natürlich muss man auch aktiv am Ausbau und an der Entwicklung arbeiten, sonst sind die Werbeflächen bald wieder leer. Und wenn ihr das tut, gibt es auch keinen Grund sich und den eigenen Blog in dem vieeeeeeeel Arbeit und Schweiß steckt zu prostituieren. Ihr seid schließlich keine Werbesäule wo man mal schnell sein Banner hinkleistern kann. Das klingt vielleicht etwas krass, aber es ist so. Es sollte von beiden Seiten immer ein hoher Grad an Fairness im Spiel sein, dann passt das und damit zurück zu der Preisfindung.

Folgende Kriterien könnte in die Preisfindung mit einbeziehen:

  • Referenz-Einnahmen – Was bringt ein ein AdSense Block oder eine Affiliate Banner?
  • Konkurrenz-Preise – Was verlangen andere im Verhältnis für eine Werbefläche?
  • Übliche TKP-Preise, also der Preis pro 1000 Einblendungen.
  • Angebot-Nachfrage – Was sind bestehende oder potentielle Kunden bereit zu zahlen?

Diese 4 Werte würde ich in die Berechnung mit einbeziehen. Aber nicht falsch verstehen – Hat man aus einem oder mehreren oben genannten Punkten einen Durchschnittspreis errechnet, ist dies (in meinen Augen) noch kein „würdiger“ Preis für die direkte Vermarktung einer Werbefläche. Man muss immer mit ein kalkulieren, das im Idealfall die Einblendungen von Monat zu Monat steigen (Stichpunkt Entwicklung). Zudem hat man noch einen Verwaltungsaufwand. Außerdem wird, wenn man es richtig macht, der Werbepartner auch im ein oder anderen Beitrag empfohlen oder erwähnt.

Ich persönlich würde aus den oben genannten Grundlagen ein Durchschnitt errechnen und diesen x2 nehmen. Ich denke dann hat man eine gute Basis.
Ich persönlich habe mich am ersten Gebot orientiert, das ich bekommen habe (40€) Dies hat zu diesem Zeitpunkt auch ungefähr der Berechnung „Durchschnitt x 2“ entsprochen und war für mich dann der Richtwert für die weiteren Werbeflächen. Und nach Feedback von anderen Werbepartnern sind die Preise so in Ordnung und durchaus gerechtfertigt.

Und dran denken. Gibt es über einen längeren Zeitraum deutliche Steigerungen der Statistiken, sollte man auch daran denken die Preise anzupassen. Zugegebenermaßen eine eher unangenehme Aufgabe, aber in solch einem Fall sollte man bedenken das alle Beteiligten auf geschäftlicher Basis miteinander arbeiten und letztendlich doch auch auf Umsatz aus sind.

Persönliche Empfehlungen

Zum Schluss noch ein paar Empfehlungen. Für eine langfristig erfolgreiche Direktvermarktung sind meiner Meinung 3 Dinge sehr wichtig:

  1. Der Leser ist König – Soll heißen das ohne Stammleser auf Dauer alles zusammenbrechen würde. Also begeht auf keinen Fall den Fehler und tut alles nur damit Geld rein kommt. Man sollte seine Werbeflächen in einem gesunden Maß auch als Werbefläche sehen. Allerdings sollte man im Hinterkopf immer auch das Wort Werbung durch Empfehlung ersetzen. Kann ich das beworbene Produkt empfehlen? Nutze ich es selbst oder würde ich es bei Bedarf nutzen? Kurz: Kann die Werbefläche einen Mehrwert bieten. Mehrwert ist immer ein wichtiger Punkt und sollte auch beim Thema Werbung und allgemein beim „Geld verdienen“ unbedingt bedacht werden, wenn man es sich nicht verscherzen möchte.
    Ich persönlich habe ausschließlich Werbung die ich mit gutem Gewissen jeder Zeit auch abseits des Blogs empfehlen würde und die, nächster Punkt, auch eine Relevanz zu meinen Themen darstellt.
  2. Der Kunde ist König – Ausgelutschtes Sprichwort aber dennoch wahr. Genau wie ihr auf eure Leser angewiesen seid, seid ihr auch auf eure Kunden und Partner angewiesen. Zumindest wenn ihr euer Blog wirklich als Geschäftszweig aufbauen wollt. Deshalb sollte man auch mal innerhalb eines Artikels auf ein Produkt eines Werbepartners aufmerksam machen. Oder man bedankt sich in der monatlich Statistik-Auswertung, erwähnt und verlinkt den Kunden/Partner. Oder oder oder…behaltet einfach im Kopf das es da jemanden gibt, der euch einen kleinen oder irgendwann vielleicht mal großen Teil des Einkommens einbringt. Außerdem gibt es vielleicht auch mal ein Gewinnspiel wo man dann mit gutem Gewissen nach einem Sponsoring fragen kann. Geben und Nehmen, leben und leben lassen!
  3. Ihr seid König/in – Auch bei eben genannten Tipps sollte man nie vergessen das ein Blog eine Sache ist, die a) euer Eigen ist und b) eure Arbeit und Zeit (evtl. auch Geld) drin steckt. Ihr bestimmt wo es lang geht und niemand anders. Ein Leser mault wegen Werbung? Pech – Soll er einen anderen Blog lesen. Ein Kunde mault wegen berechtigter Preiserhöhung? Shit happens – Thats Business (sollte er eigentlich wissen). Ihr wollt einen Werbekunden nicht, weil ich das Produkt Mist findet? Sehr gut, eure Leser werden es euch danken und der Betreffende wird sich (im besten Fall) auch mal Gedanken machen. Ich persönlich hab schon ein paar Anfragen mit ehrlichen und deutlichen Worten abgelehnt – Ihr glaubt es kaum…dafür kam dann auch ein (denke ich) ehrlich gemeintes Danke für die Worte, weil der Betreffende vielleicht ein paar Sichtweisen noch nie bedacht hat, die ich ihm nannte.

Fazit

Ein Fazit spare ich mir jetzt. Ich glaube wer bis hier gelesen hat, hat genug für heute 😛 Allerdings noch zwei ebook-Hinweise:

Geld verdienen mit Bannerwerbung von Peer Wandiger / Selbständig-im-Netz
Keine Angst vor Firmen-Kontakten als Blogger von Torsten / Netz-Online

Beide ebooks sind kostenlos und sind empfehlenswert. Was das ebook von Peer angeht, bin ich in 1-2 Punkten anderer Meinung (z.B. bei der Frage: Wann sollte man mit der Direktvermarktung beginnen?), aber verschiedene Meinung sind wichtig und beim Rest kann ich nur zustimmen. Wer allgemein Probleme oder Angst hat mit Firmen zu kommunizieren oder auf diese zuzugehen, dem sei das ebook von Torsten ans Herz gelegt.

Wie immer freue ich mich über Feedback, Diskussionen und Weiterempfehlung über einen der Buttons hier unten 😛


Über den Autor Ralf Bohnert

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8 Kommentare für “Erfahrungen mit der Direktvermarktung für den Blog (2/2)”

  1. Hallo Bohn,

    sehr schöne Artikel hast du da erstellt und vor allem sehr professionell. Ich hab zwar noch nicht alle Punkte umgesetzt, werde aber sicherlich noch einiges aus Deinen Artikel beherzigen.
    Natürlich habe ich mir gleich Deine „Hier werben“-Seite angeschaut. Man muss ja sehen ob Du auch das umsetzt, was du schreibst. Eine Frage hätte ich noch. Schränkst du dich nicht ein wenig ein, wenn Du nur B2B-Werber annimmst? Käme nicht B2C-Werber auch in Frage? Bzw. warum nur B2B? Der Grund würde mich interessieren.

  2. Hallo Bohn!

    Danke für die Erwähnung!

    Ein wirklich toller und umfangreicher Artikel über die Direktvermarktung!

    Ich habe auch vor ca. einer Woche über Einnahmemöglichkeiten berichtet und habe tatsächlich die Direktvermarktung im Artikel vergessen (peinlich!!!), ein aufmerksamer Leser hat mich Gestern darauf aufmerksam gemacht…

    Statt einem Nachtrag werde ich auf Deine Artikel verweisen, den mehr Infos über Direktvermarktung findet man nicht in einem (2) Artikel…

    MfG

    Csaba

  3. Hi,

    3. finde ich gut. Man neigt dazu aus Unwissenheit sich unter Wert zu verkaufen. Das Problem kommt grad dann auf, wenn man Dienstleistungen verkauft die andere nicht so wirklich einschätzen können.

    Hab dir nen Link von meinem Hobbyprojekt adwordswerbung.com spendiert. Hoffe du kriegst damit noch mehr Besucher 🙂

    Grüsse

    Bernhard

  4. @dani: Ich glaube da hast Du was Missverstanden. Direkt-Vermarktung sagt der Name schon. Du Vermarktest den Blog, Webseite oder dich selbst direkt. Es gibt keinen zwischenhändler mehr, sondern „nur“ noch Firmen mit denen Du kommunizierst.

    Stefan

  5. Hallo,

    ich habe schon oft festgestellt, dass wenn etwas zu billig ist, es von den Leuten nicht angenommen wird. Genauso verhält es sich auch mit der Werbung auf dem Blog. Verkauft man sich zu billig, können Kunden dadurch abgeschreckt werden.

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