04.05.11

Heute gibt es mal wieder ein Interview. Ein interessantes wie ich finden und freue mich das Simon Rimkus, Betreiber von ThemeShift, sich die Zeit genommen hat meine Fragen zu beantworten. Ich weiß das er viel um die Ohren hat und da ist es auch keine Selbstverständlichkeit.

Ich will auch nicht viele Worte verlieren, denn alles was ich schreiben könnte steht ja schon im Interview und das ist denke ich genug Lesestoff.

Das Interview mit Simon Rimkus von ThemeShift

Hi Simon. Erst Mal Danke das du dir die Zeit nimmst und mir ein paar Fragen beantwortest. Stell dich doch bitte am besten mal kurz vor.

Moin Ralf. Ich danke Dir für die Möglichkeit dieses Interviews und das Interesse an meiner Person Mein Name ist Simon Rimkus, ich bin gebürtiger Kieler und wohne seit vielen Jahren glücklich mit meiner Freundin im sonnigen Spanien. Auf ThemeShift.com biete ich professionelle WordPress-Themes an.

Du verdienst deinen Lebensinhalt also mit der Entwicklung und dem Verkauf von WordPress-Themes. Wie bist du auf die Idee gekommen eher in diese Richtung zu gehen und nicht, wie die Meisten, im Dienstleistungs-Bereich?

Die Idee enstand relativ schleichend. Ich war damals (als es Premium-Themes noch gar nicht gab) völlig verblüfft von dem Erfolg meiner kostenlosen WordPress-Themes. Sowohl seitens der Benutzer in Form von Feedback und Besucheraufkommen auf meinem damaligen Blog als auch seitens der Leute von WordPress.org, die mehrere meiner Themes in die Featured-Liste aufnahmen.

Damit war die Nachfrage nach den Themes und damit Support ziemlich groß und wurde täglich mehr. Zur selben Zeit entwickelten sich erste professionelle Theme-Shops, die Themes und Support gegen Bezahlung anboten. Dieses Modell war auch für mich optimal.

Dabei verstehe ich mich als Dienstleister. Im Hilfe-Center bekommen meine Kunden, unter denen immer mehr Agenturen zu finden sind, umfangreichen Support in Form von Tutorials, Videoanleitungen und natürlich im Forum. Dieser Faktor wird meines Erachtens immer wichtiger für einen erfolgreichen Theme-Anbieter.

Nun bist du ja einer der wenigen deutschen WordPress Theme-Entwickler, die wirklich ihren Lebensunterhalt damit verdienen. Zumindest kenne ich kaum welche. Wie aber sahen die Anfänge aus. Beschreib doch mal ein bisschen deinen Weg zu einem Geschäftsmodell, von dem man leben kann. Welche Probleme sind dir auf deinem Weg begegnet?

Wie schon geschildert erstellte ich WordPress-Themes zunächst kostenlos. Ich hatte dann das Glück, ziemlich am Anfang auf die Welle kommerzielle WordPress-Themes aufspringen zu können. Kurz nach der Eröffnung von ThemeShift erstellte WordPress.org die Liste kommerzieller Theme-Anbieter, auf der ich (damals waren es nur 8 oder so) ohne mein Zutun landete. Das war der absolute Kickstart für mein Geschäft und so konnte ich ziemlich bald sehen, dass sich dieser Job lohnt und man davon leben kann. So konzentrierte ich mich darauf.

Mit Problemen hatte ich wenig zu kämpfen. Es gibt hier und da sehr (ich nenne sie mal) anspruchsvolle Kunden, die glauben, man könne für 39€ neben einem WordPress-Theme 24/7 Exklusiv-Support einfordern.

Sorgen machte ich mir anfänglich über das Vorkommen meiner Themes auf bekannten Piratenseiten, die meine Themes genullt zum Download anbieten. Jedoch hatte ich dadurch keinerlei Gewinneinbußen und ich glaube auch, dass sich viele User der Gefahr und der Tatsache des fehlenden Supports bewusst sind.

Nun hab ich schon von einigen gehört: „Ich mach jetzt Themes und verkaufe die. Kann man ja viel Geld mit verdienen“. Doch so einfach ist es ja, wie mit allem anderen auch, nicht.  Wenn sich heute jemand dazu entschließt, auch auf den Zug aufzuspringen. Was sollte er mitbringen und wie sollte man das Ganze angehen?

Ja, das hört und sieht man tatsächlich relativ oft. Aber da, meiner Meinung nach, zum Glück Qualität, Konsequenz, Fleiß und Beständigkeit ausschlaggebende Faktoren zum Erfolg in diesem Bereich sind, ist das nicht ganz so einfach.

Ich würde empfehlen, die Idee der schnellen Mark gänzlich außer Acht zu lassen und langfristige Konzepte zu erarbeiten. Es reicht heute bei dem großen Angebot auf dem Markt nicht mehr ein paar WordPress-Funktionen zusammenzuschieben und mit ein bisschen buntem CSS zu ummalen. Wenn man betrachtet, wie die größten Anbieter es machen, muss man sich schon etwas einfallen lassen, um wahrgenommen zu werden.

Wer an Tempo bei dieser Entwicklung bekannt zu werden zulegen möchte, sollte kombiniert etwas kostenlos anbieten und so auf sich und die angebotene Qualität aufmerksam machen. Damit gewinnt man Öffentlichkeit und man kann seine Produkte platzieren.

Nun erwarte ich natürlich nicht, dass du mir deinen Kontostand offenbarst. Aber ich denke, die Leute, die vielleicht auch in diese Richtung gehen möchten würde es auch interessieren, von welchen Summen man da redet, wenn man sich wirklich mal durchgesetzt hat. Ungefähr zumindest. Kannst du da einen Anhaltspunkt geben?

Schwierige Frage, nächste Frage 🙂 Man liegt mit dem Einkommen im Bereich von Rechtsvertretern oder Arbeitnehmern in Luftverkehrsberufen, wenn man es an deutschen Durchschnittseinkommen misst. Man darf hierbei aber nicht vergessen, dass es auch viele Jahre Vorlauf braucht, in denen man das Ganze nebenbei und unentgeltlich machen muss.

Geld ist nicht alles und ohne harte Arbeit geht es in der Regel auch nicht. Auch ein Theme, wenn man es verkaufen als hochwertiges verkaufen will, ist nicht in 5min. entwickelt und auch die schon vorhandenen Themes warten auf Überarbeitung. Ist das Business mit Themes ein Full-Time-Job wie jeder andere, oder lebt man generell schon entspannter?

Du hast absolut Recht. Es ist viel harte Arbeit. Jeder Freiberufler kennt das: man ist nicht nach 8 Stunden fertig, schaltet den Rechner aus und vergisst alles, was mit Arbeit zu tun hat. Die Synapsen arbeiten fröhlich weiter und man ist ständig irgendwie on Air. Damit muss man lernen umzugehen. Da wünschte ich mir manchmal meinen Bürojob zurück, wo man mit dem Hammer auch jegliche Gedanken an Arbeit fallen lässt.

Aber dennoch lebe ich persönlich auf jeden Fall entspannter, da ich keinen Chef habe und somit zu fast 100% entscheide, wie ein Theme aussehen soll und ich kaum Kompromisse eingehen muss. Damit kann man sich ein Stück weg selbst verwirklichen und das stand in der Maslowschen Bedürfnispyramide immer ziemlich weit oben 🙂

Erst vor ein paar Tagen hast du ThemeShift einen neuen Anstrich verpasst. Was war der Auslöser dafür? Hat dir das alte Theme nicht mehr gefallen, oder liegt es eher daran, dass man sich als Theme-Entwickler auch selbst immer wieder beweisen sollte?

Es ist eine Mischung aus beidem. Die alte Website entsprach einfach nicht mehr allgemeinen und eigenen Webdesignstandards und ich konnte sie auch einfach nicht mehr sehen. Damit einher ging  auch die Idee einer völligen Neustrukturierung des Kundenbereichs. Vorher lief das Forum noch WordPress-extern auf PunBB. Nun ist sowohl der Bereich der Theme-Dokumentation mit Tutorials und Screencasts als auch das bbPress-Forum im selben Login-System und somit leichter zu verwalten.

Themenwechsel – Bis vor ein paar Monaten durfte man noch interessante Artikel von dir auf webdemar.com lesen. Nun hast du den Blog abgegeben, was ich sehr schade finde. Was hat dich dazu gebracht? War es im Nachhinein die richtige Entscheidung?

Zeitlich war der Blog und ThemeShift nicht mehr unter einen Hut zu bekommen. Schon ThemeShift allein wird in Kürze (oder ist es schon) für nur eine Person zuviel werden, so dass ich mich demnächst auf die Suche nach Hilfe machen werde. Es war daher eher befreiend und somit die richtige Entscheidung den Blog abzugeben.

Nun habe ich nach dem Wechsel den weiteren Verlauf des Blogs noch kurz verfolgt. Mal davon abgesehen, dass man auf einmal gesiezt wurde ist bis auf eine Handvoll Artikel nichts weiter passiert. Wie hast du die Forführung des Blogs gesehen? Gab es irgendwelche Absprachen, was daraus werden sollte?

Der Blog ist nun leider am Ausbluten. Es wurde eine Casino-Topliste platziert, um die guten Suchmaschinenergebnisse zu monetarisieren. Natürlich finde ich es nicht toll, aber ich hatte so was geahnt. Das Angebot des neuen Besitzers war jedoch ziemlich gut, so dass ich meine Ideale dahingehend hintenangestellt habe. Sobald ich bei ThemeShift etwas Unterstützung und damit wieder Luft habe gebe ich meinen Senf sicher an anderer Stelle wieder zum Besten.

Simon, ich danke dir, dass du dir die Zeit genommen hast, direkt nach dem Relaunch noch ein Interview zu beantworten. Ich hab ja halbwegs von dir mitbekommen, wie viel Stress du in letzter Zeit hattest. Ich wünsch dir weiterhin viel Erfolg und freue mich auf unsere Zusammenarbeit 😉

Ich habe zu danken Ralf. Mich ehrt das Interesse an meiner Person und dass jemand denkt, es könnte andere interessieren, was ich so mache. Dir Wünsche ich Alles Gute für Deinen Blog, den Du in beneidenswerter Weise fleißig und konsequent betreibst. Dieser Drive fehlte mir oft auf webdemar. Sombrero ab!


Sehr schönes Interview. Ich finde die Arbeit die Simon macht klasse. Schließlich baut das Theme von bohncore.de auch auf einem ThemeShift Theme auf. Also an alle die schnelles Gled mit Themes verdienen wollen…viel Erfolg 😛 Ihr seht jetzt, dass das alles nicht so einfach ist. Besonders schade finde ich die Sache mit webdemar, wo ich mir ein Link jetzt spare. Aber das ist halt immer die Gefahr.

Hier noch alle relevanten Links:

ThemeShift: Themes / Blog / RSS
Facbook: ThemeShift auf Facebook (Fan werden und 15% Rabatt kassieren)
Twitter: Folgt ThemeShift

Über den Autor Ralf Bohnert

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14 Kommentare für “Geld verdienen mit WordPress Themes – Interview mit Simon Rimkus von ThemeShift”

  1. Gefällt mir das Interview, wenn ich sehe wie webdemar.com nun ausblutet, ist da schon traurig, ich nehme mir hier mal einfach vor, keinen meiner Blogs zu verkaufen, dann sollen sie verrotten aber unter meinem Kommando! 😉
    LG Nathanael

  2. Schickes Interview. Ich arbeite schon länger mehr oder weniger mit Simon zusammen und bin „Reccommended Designer“ von Themeshift.

    Ich entwerfe und verkaufe selbst auch WordPress Themes (bin also auch einer der wenigen Deutschen in dem Sektor), allerdings ist das bei mir nicht der Hauptumsatzstrang, sondern mehr ein zusätzliches Standbein im Angebotsmix. Allerdings ist es wirklich so, wie Simon sagt: Man kann damit gutes geld verdienen, wenn man vieles richtig macht und hier unterscheiden sich die Mechanismen nicht wirklich von anderen Geschäftsmodellen. Das schnelle Geld ist auch damit nicht zu machen.

  3. Hehe, also ich kannte Webdemar und ich kannte Themeshift.. herrlich das ich nun auch weiß das das ein und die selbe Person ist !
    Tolles Interview.

  4. Hallo,

    interessantes Interview. Ich denke auch, dass es viel Arbeit ist immer wieder neue Themes zu kreieren und zu überarbeiten. Zumal die Halbwertszeiten im Internet ja ziemlich kurz sind.

    @Michael Oeser

    ich habe ja auch ein Theme von Dir und bin auch recht zufrieden. Allerdings tue ich mich manchmal schwer, wenn ich englisch lesen muss – das ist immer so anstrengend – da mein Englisch nicht so toll ist.
    Ansonsten weiter so.
    Gruß
    Volker

  5. @Volker: Meine Website ist eh in der Überarbeitung und wird künftig Schritt-für-Schritt zweisprachig werden. Aber im Moment habe ich halt 90% internationale Kundschaft.

  6. Die Themes von ThemShift sind wirklich sehr gut. Noch besser gefällt mir der Service. Simon ist schnell mit seinen Antworten, verständlich und immer hilfsbereit. Das ist ein wesentlicher Unterschied zu vielen anderen Anbietern, die wirklich nur Masse produzieren und wenig neue Ideen einbringen.
    Das Angebot kostenloser Downloads mag beim Einstieg in den professionellen Verkauf Wirkung zeigen. Imagemäßig muss man natürlich aufpassen, dass man nicht als „billig“ eingestuft wird. Und: Der Kunde, der Themes erworben hat und dann plötzlich sieht, dass es dieselben oder andere umsonst gibt, kommt sich ein bisschen veräppelt vor.
    Als Verbraucher kann ich nur empfehlen: Weniger Themes, mehr einfache Möglichkeiten zur individuellen Anpassung.

    In diesem Sinne viel Spaß und Erfolg
    Rainer

    westmedien.de

  7. Daniel Keppler

    Ich denke auch, dass man mit diesen Themes sehr gut etwas verdienen kann. Ist halt nur die Frage, wie lange das Ganze so aktuell bleiben wird? Die Möglichkeiten sind ja beim Internet sehr schnell und vielfältig.

  8. Altenplegerin

    Hallo Leute
    Bin mit meinem Theme auch zufrieden, aber ab und an ein neues ist auch nicht schlecht. Man sieht sich halt leider schnell satt, aber gerade die Vielfalt macht es doch aus.

  9. Hey Ralf,

    danke für das interessante Interview!

    Ich fand’s schon immer merkwürdig, dass bei ThemeShift die Themes in Euro angeboten worden, aber ein Impressum konnte ich nicht finden, also habe ich mir nichts dabei gedacht – aber jetzt weiß ich, dass dahinter ein deutscher Unternehmer steckt, cool!

    Viele Grüße
    Vladislav

    P.S.: Ich habe in einen meiner Blogpost die ganzen hochwertigen Themeanbieter mühselig zusammengetragen, natürlich auch ThemeShift. Die Info mit dem deutschen Background kommt jetzt hinzu, danke nochmals! 🙂

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