03.02.11

Auf das Interview heute habe ich mich gefreut. Diesmal hat mir Carsten Knobloch ein paar Fragen beantwortet, der den Meisten eher als Caschy bekannt sein dürfte.

Caschy bloggt seit nunmehr fast 6 Jahren auf stadt-bremerhaven.de und ist damit auch ziemlich erfolgreich. Zudem ist er seit Anfang 2010 für den Cooperate-Blog und die Aktivitäten im Web 2.0 von notebooksbilliger.de zuständig. Aber das nur als kurze Einleitung für die, die es nicht wissen.

Das Interview

Hallo Carsten, zuerst mal vielen Dank, dass du deine ohnehin knappe Zeit „opferst“ und mir ein paar Fragen beantwortest ;-). Die Meisten kennen dich wahrscheinlich, aber nicht alle. Deine Bühne:

Mein Blog, Facebook und Twitter. Ich bin überall gleichermaßen aktiv. Im Blog eher technisch, bei Facebook und Twitter eher sehr persönlich 🙂

Das du mit deinem Blog stadt-bremerhaven.de sehr erfolgreich bist, brauchen ich kaum noch zu erwähnen. Was denke ich aber auch viele interessiert: Wie hat das angefangen? Hattest du Ziele?

Ich mag das Wort „Erfolgreich“ nicht. Ich tippe Dinge ins Web. Wie viele andere Menschen auch. Ich sage immer wieder: ich habe keinen blassen Schimmer, warum mein Blog von so vielen Menschen gelesen wird. Ziele? Nein, die hatte ich nicht. Vor 6 Jahren wusste ich nicht, was daraus wird. War damals noch nicht soooooo trendy. Also bloggte ich erstmal private Unwichtigkeiten – wie viele andere eben auch. Irgendwann ging ich mal dazu über, ein wenig aus meiner Computerwelt zu plaudern

Wie kam es dann zu diesem Erfolg Umstand 😉 ? Das ging sicher nicht von heute auf morgen und wenn man sich deine Artikel-Frequenz anguckt, sieht man auch dass da sehr viel Arbeit dahinter steckt. Was würdest du als Meilensteine des Blogs bezeichnen?

Meilensteine. Meine Abmahnung 2007 durch Marions Kochbuch. Damals noch um 800 Feedleser oder so, danach wurden es mehr, da durch den Medienhype einige Leser auf mein Blog aufmerksam wurden. Ansonsten gibt es eigentlich keine Anomalien.

Nun denken und sagen einige, du könntest locker von deinem Blog leben. Scheinbar ist es nicht so. Zitat:“ Das wäre zwar toll, aber es funktioniert halt nicht für mein Blog.“ – Ich glaub das können viele nicht verstehen. 19.000 eindeutige Besucher…am Tag. Wirklich keine Chance, oder müsstest du einfach neue Wege in Sachen Monetarisierung versuchen?

Ach gehen würde es sicherlich, wenn ich andere Werbeformen nutzen würde. Aber ich bin ja selbst immer der „normale“ Leser, der ungerne Werbung sieht. Das Kuriose: wesentlich kleine Blogs können gut verdienen: je mehr Besucher, desto größer die Kritik, wenn du mit deinem Hobby Geld verdienst. Sicherlich bleibt auch bei mir Geld hängen – aber ich bin ja bekanntlich Hardware-Fetischist, muss daher immer aufs Neue sparen.

Das Zitat stammt aus deinem Artikel „Mein Blog das unbekannte Wesen“, der ziemlich die Runde gemacht hat. Es geht im Kern eigentlich um ein gängiges Thema: Neider und Nörgler. Wie siehst du generell das Verhalten zwischen Blogger in Deutschland?

Wie ich sagte: es gibt eben kein Wohlwollen. Argwohn und Neid. Vielleicht bilde ich mir das auch nur so ein und gerade in meinem Umfeld ist das so – was schade wäre. Dabei sollte man doch jedem etwas gönnen – aber das ist halt meine generelle Einstellung im Leben, das bezieht sich nicht nur aufs Blog. Ich finde unsere heutige Zeit kalt und herzlos. Aber ich will nicht ausufern – das interessiert sicherlich keinen, welche Ansichten ich von Zusammenleben und Co habe 🙂

Heiß her ging es ja auch im Bezug auf Sascha Pallenberg und dem „Bloggergate“. Ich persönlich hab mir die ganzen Artikel nicht angetan, bin nach dem Zweiten ausgestiegen. Du kennst Sascha persönlich – Glaubst du er wollte absichtlich so polarisieren, oder war das eher ungeschicktes Verhalten bei einem komplexen Thema?

Nein, das glaube ich nicht. Frag ihn doch einfach selber einmal. Sascha und ich unterhalten uns meistens eh nur über Fussball, da er sich bekannterweise für den Verein aus der verbotenen Stadt interessiert.

Zurück zu dir – Du bist erst vor kurzem als „Blog des Jahres 2010“ von t3n und deren Leser ausgezeichnet worden und das mit unglaublichem Vorsprung. Schenkst du dieser Auszeichnung große Aufmerksamkeit oder lächeln und wieder ran an den Speck?

Natürlich habe ich mich gefreut. Sehr sogar. Aber ich bin da eher ein Leisetreter, der nicht mit irgendwelchen Titeln hausieren geht. Bin ja auch kein Blogger, der CEO oder Editor in Chief auf der Visitenkarte stehen hat. Was nützt meinen Lesern der Titel? Nichts.

Was kannst du Bloggern oder denen, die es werden möchten mit auf den langen Weg geben. Was sind deine Tipps, die sich in 5 Jahren Stadt-Bremerhaven herauskristallisiert haben?

Mittlerweile sind es fast 6. Hach, ich gebe ungerne Tipps. Ich mache das meiste eigentlich immer aus dem Bauch. Kommt immer darauf an, warum sie ihr Blog starten. Wegen Kohle? Dann viel Spaß und langen Atem. Aus Lust? Dann hau die power in den Content, erwarte keinen Dank und keine Kommentare. Das Schönste ist eh der Austausch mit anderen Bloggern und Lesern. Vernetzen, vernetzen, vernetzen. Ich habe durch das Bloggen viele wunderbare Freunde gefunden. Das ist extrem wichtig finde ich. Blogge über das, wovon du Ahnung hast. Lecke nie nach oben und trete nie nach unten.

Zitat von dir: “Ich habe in letzter Zeit Blogs gelesen, die echt viel Potential haben…“ – Hast du ein paar Tipps für interessante junge Blogs?

Das Problem: ich glaube bei dem Zitat fehlt die Hälfte. Es ging darum, dass sich die Blogger schon vorab nur aufs Money-bloggen konzentrieren, so etwas fällt mir als Leser auf und macht ein Blog unwichtig – das Herz fehlt irgendwie. Junge Blogs? Hach, ich habe über 300 im Reader, meistens geht’s um Tech. Aber private Blogs von Netzbekanntschaften lese ich sehr gerne. Oder Studio Glumm zum Beispiel – aber der macht das schon länger 🙂

http://glumm.wordpress.com/

Willst du sonst noch was loswerden? Wenn nein – An welchem Spieltag ist Dortmund Meister? 😛

Ich danke dir für die Interview-Anfrage – SO wurde ich noch nie befragt. Hat wirklich Spaß gemacht. Normalerweise schiebe ich so Dinge vor mir her – deine Mail musste ich sofort beantworten. Meisterschaft? Na, wir Dortmunder reden doch nicht davon. Nur soviel – ich habe mir im Kalender schon den 14.Mai eingetragen und werde hoffentlich an diesem Tag mit meinen Freunden in Dortmund sein 😉

Carsten, ich danke dir vielmals für das Interview. Sind etwas viele Fragen geworden 😉 Danke also für deine Zeit und Mühe. Wir lesen uns und ich wünsch dir weiterhin viel Erfolg!


Nettes und lockeres Interview mit Carsten. Locker wie immer und mal was anderes.
Und was kann man aus fast jedem Interview ziehen, wenn es ums Bloggen geht? Spaß am Thema ist elementar.

Zum Abschluss wie gewohnt die Links, damit man nicht danach suchen muss:

Caschy’s Blog: BlogRSS
Caschy 2.0: TwitterFacebook

Über den Autor Ralf Bohnert

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6 Kommentare für “Caschy von stadt-bremerhaven.de im Gespräch: „Lecke nie nach oben und trete nie nach unten.“”

  1. Meine erste Begegnung mit Carsten fand schon vor vielen Jahren statt, als ich nach einer transportablen Version von Thunderbird suchte.
    Wenn ich mich richtig erinnere betrieb er damals noch eine forum-ähnliche Seite …
    (Meine damaligen Gedanken: Stadt-Bremerhaven.de ?! Angestellter der Stadtverwaltung ?)
    Ich schaue mir in erster Linie die menschliche Seite von ihm an …
    Viele techn. Gedanken von ihm sind überhaupt nicht mein Ding …
    Ich lese das Interview gleich noch mal in aller Ruhe.

    Die Schriftgröße in dieser Nachricht ist mir zu klein.

    Dankeschön.

  2. An Ralf (Bohn):
    Ich, fortgeschrittenes Alter, Brillenträger, meine die Schriftgröße bei der Eingabe von Daten, Texten im gesamten Kommentar-Schreibbereich.
    Die Textgröße nach dem Erscheinen, Veröffentlichen ist dann schon etwa größer und somit auch besser lesbar.
    Allgemein plädiere ich natürlich, nicht nur bei dir, für eine bessere Lesbarkeit.
    Spontan diese WordPress-Demo als relatives Positiv-Beispiel:
    http://www.themejam.com/demo/gadget/wordpress/

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