31.01.11

Time to talk. Egal wo und was man in Blogs über Social-Media liest. Es geht fast immer nur um Facbook oder Twitter. Ich wollte mich unbedingt mal näher mit XING und der Nutzung der Plattform für Blogger beschäftigen. Einstieg dazu ist ein Interview mit dem XING-Experten Joachim Rumohr.

Schon als ich mich vor Jahren bei XING anmeldete, bin ich über seinen Namen gestolpert. Nicht ohne Grund. Denn Joachim Rumohr ist DIE Person, wenn es um das Thema Xing geht. Er ist offizieller XING-Trainer und Ambassador. Nun aber nicht viel Gesabbel, es gibt genug zu lesen. Ich freue mich das sich Joachim Rumohr wortwörtlich „on the fly“ die Zeit genommen hat, mir ein paar Fragen zu beantworten.

Das Interview mit Joachim Rumohr

Hallo Herr Rumohr. Vorweg vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben meine Fragen zu beantworten. Stellen Sie sich doch bitte für die Leser vor, die sie noch nicht kennen.

Ich bin geborener Hamburger und seit 1990 im Verkauf tätig. Im Oktober 2003 war ich eines der ersten Mitglieder auf XING, erkannte schnell das Potenzial und begann, XING systematisch für meinen Beruf zu nutzen. Seit Dezember 2006 gebe ich als XING-Experte mein Wissen professionell weiter und habe bereits tausende Teilnehmer in meinen Vorträgen und Seminaren begrüßen können.

Wenn es eine Person gibt, die man namentlich mit Xing in Verbindung bringt, dann sind das Sie. Zumindest geht es mir so. Was fasziniert Sie am Netzwerk XING und wie sind Sie dazu gekommen, Experte in diesem Bereich zu werden?

Ich habe XING von Anfang an sehr intensiv genutzt und daher schnell das Potential kennen gelernt und für mich in der Akquisition genutzt. Daher haben dann immer mehr Menschen gefragt, wie ich das genau mache und ich habe es immer gern weitergegeben. Ende 2006 fragte dann meine Freundin, ob ich dafür nicht auch Geld nehmen könnte, indem ich Anwenderseminare anbiete. So wurde die Idee geboren und hat sich dann im Laufe der letzten Jahre entsprechend ausgeweitet.

Mich fasziniert am meisten die einfache Kontaktaufnahme zu Menschen auf der ganzen Welt und die hohe Hilfsbereitschaft wenn man freundlich nachfragt.

In meinem Blog geht es unter anderem um Webwork und Bloggen. Meinem Gefühl nach zu urteilen scheint sich XING gerade bei Bloggern nicht unbedingt durchgesetzt zu haben. Würden Sie dem zustimmen? Wenn ja, was könnten die Ursachen dafür sein?

In meinen Seminaren stelle ich auch heute nach wie vor immer wieder fest, das die Mitglieder gar nicht wissen, was Sie mit XING alles anfangen können. Und leider ist auch XING selbst nicht in der Lage die gerade für den Vertrieb spannenden Funktionen richtig bekannt zu machen. Für viele ist XING ein sich selbst aktualisierendes Adressbuch oder durch den starken Focus in der Bewerbung eine Jobplattform. Daher würde ich den Kreis nicht nur auf Blogger beschränken. Nur hier wird es evtl. deutlich, da Blogger Ihre Meinung und Einstellung eben auch schriftlich und für alle lesbar veröffentlichen.

Als Blogger könnte eine Zielsetzung bei XING das Finden von Werbepartner sein, die an Zielgruppen gerechten Werbeplätzen oder Reviews ihrer Produkte interessiert sind. Wie sollte sich ein eher lockerer Blogger auf einer Business-Plattform wie Xing präsentieren. Was ist Pflicht, was sind No-Go‘s?

Werbepartner suchen aus meiner Sicht verlässliche Partner und reagieren daher möglicherweise auf „lockere“ Blogger nicht positiv. Daher empfehle ich für das XING-Profil doch mal über den eigenen Schatten zu springen und sich „businesslike“ und nicht zu locker zu präsentieren, wenn man Werbepartner gezielt ansprechen möchte. Die Suche nach Werbepartnern sollte auf jeden Fall im Profil erwähnt werden.

Ok, gehen wir davon aus, dass das Profil eines Bloggers vollständig und mit Persönlichkeit versehen erstellt wurde. Mögliche Kunden rennen einem nicht sofort die Bude ein. Wie sollte man bei der Suche nach Werbe- und Kooperationspartner vorgehen? Gibt es da vielleicht eine Branchen übergreifende Erfolg versprechende Vorgehensweise?

Das Kunden einem auf XING nicht die Bude einrennen liegt aus meiner Sicht an zwei Dingen: Erstens sind viele Profile eben nicht aussagekräftig genug. Eine große Sammlung von Stichworten im Feld „Ich biete“ sagt einem Profilbesucher zunächst nichts. Ich empfehle hier ganze Sätze in denen klar ausgesagt wird, was der Profilinhaber bietet. Zweitens ist es auf XING nicht damit getan ein Profil anzulegen und abzuwarten. Man muss aktiv werden und sich auf jeden Fall mit den Leuten verbinden, die man bereits kennt und damit sein Netzwerk anfangen zu nutzen. Vielleicht gibt es schon Verbindungen im Netzwerk zu möglichen Werbepartnern, von denen man noch gar nichts wusste. Die wenigsten wissen, das man auf XING ganz gezielt in den Kontakten seiner Kontakte suchen kann.

XING schreibt folgendes: „1 bis 2 Statusmeldungen pro Monat bringen Ihnen durchschnittlich 70 Profilbesuche.“ Wie ist diese Aussage zu bewerten. Wie wichtig sind Statusmeldungen wirklich und was sollte man im Gegensatz zu Twitter und Facebook beachten, wenn es um die Statusmeldung geht?

Ich halte es in allen Netzwerken für wichtig relevante Informationen zu senden, die das eigene Netzwerk auch interessieren. Meldungen über verschütteten Kaffee im Büro, die gerade begonnene Mittagspause oder auch das Zitat des Tages bringen mich nicht wirklich weiter. Wenn jedoch ein Blogger einen neuen und interessanten Artikel geschrieben hat, dann soll es das Netzwerk auch erfahren und dann können es auch mal 3 oder 4 Meldungen am Tag sein. Wenn jedoch zu viele und vor allem nur irrelevante Informationen kommen, wird man von seinen Kontakten auch schnell ausgeblendet.

Dann gibt es da noch die Gruppen. Viele Gruppen. Zu viele Gruppen? Welchen Stellenwert haben in Ihren Augen die XING-Gruppen und wie kann man diese evtl. für sich nutzen?

Zu viele Gruppen? Mich stören die vielen nicht laufenden Gruppen nicht. Die nehme ich selektiv gar nicht wahr. Ich nutze die Gruppen auf XING sehr intensiv zum Wissensaustausch. Meinen eigenen Blog betreibe ich zum Beispiel mit WordPress. Ich habe jedoch nicht viel Ahnung von WordPress in Bezug auf die richtigen und wichtigen Plugins, die Templates und das ganze Innenleben. Trotzdem administriere ich meinen Blog zu 80% selbst, denn aufkommende Fragen kläre ich direkt in der WordPress-XING-Gruppe. Und genau so gehe ich auch in vielen anderen Bereichen vor. Es gibt hunderte wirklich guter Gruppen mit einer Vielzahl an Experten und ich habe noch bei keiner Frage in den letzten 3 Jahren länger als eine Stunde auf eine wirklich gute und brauchbare Antwort warten müssen. Die Suche mit Google ist da viel aufwendiger und produziert häufig alte Informationen. Daher nutze ich fast nur noch die XING-Gruppen zur Klärung meiner Fragen und immer weniger und seltener Google.

Viele haben nach wie vor „nur“ eine Standard-Mitgliedschaft bei XING und halten die Premium-Mitgliedschaft für „rausgeschmissenes Geld“. Ist eine Premium-Mitgliedschaft zwingend notwendig, oder kann man auch ohne erfolgreich Netzwerken?

Wenn man aktiv auf die Suche nach neuen Kontakten gehen und dabei die Funktionen von XING ganz ausschöpfen möchte ist dies nur mit einer Premium-Mitgliedschaft möglich. Da jedoch auch hier viele nicht wissen was wirklich geht mit der Suche fehlt Ihnen auch nichts. Und die eingeschränkte Kontaktaufnahme aufgrund der gesperrten Nachrichtenfunktion an Nichtkontakte kann man auch irgendwie umgehen. Eleganter ist es natürlich die Leute direkt anzuschreiben, aber es geht eben auch anders. Daher kann man XING eingeschränkt auch nutzen ohne zu zahlen und ich denke das ist für XING ebenso in Ordnung, den bei den Basismitgliedern wird Werbung eingeblendet und daran verdient XING dann auf anderem Wege.

Nun haben Sie einige erfolgreiche Bücher, Hörbücher und Filme veröffentlicht. Wenn Sie einem Webworker und/oder Blogger ein Produkt empfehlen könnten. Welches wäre das und warum?

In meinem Buch XING optimal nutzen gebe ich einen kompletten Überblick und informiere auch über die versteckten Funktionen von XING aus zum Beispiel dem Bereich der Suche. Auf der DVD zum XING-Profil verrate ich alle Tricks und Tipps zur strategischen Gestaltung des XING-Profils und in meinem brandneuen Hörbuch „Akquisemaschine XING“ geht es wie der Name schon sagt um die Möglichkeiten der Neukundengewinnung. Das Buch ist in Zusammenarbeit mit dem bekannten Verkaufs- und Neukundengewinnungsexperten Dirk Kreuter entstanden.

Vielen Dank Herr Rumohr. Ich weiß, dass Sie momentan ständig unterwegs sind und freue mich deshalb, dass Sie sich trotzdem etwas Zeit freischaufeln konnten um mir meine Fragen zu beantworten.

Das habe ich sehr gern getan, ich freue mich über jede Möglichkeit Informationen weitergeben zu können, wie XING noch besser genutzt werden kann. Die Antworten habe ich übrigens im Flieger von München nach Hamburg aufgeschrieben. Da hatte ich gerade etwas Zeit und irgendwie mal wieder keinen Internetzugang… 🙂


Ein interessantes Interview, dass mal ein anderes Netzwerk als Twitter und Facebook beinhaltet. Es freut mich immer wieder aufs neue, wie locker und kooperativ die meisten Menschen sind, wenn ich nach einem Interview frage. Deshalb nochmal ein Danke. Ich werde mir auf jeden Fall mal das Buch „XING optimal nutzen“ zulegen und mal aktiv versuchen Werbe- und/oder Kooperationspartner für meinen Blog zu gewinnen. Bisher hab ich XING auch eher passiv genutzt, was natürlich wenig Erfolge bringen kann, auch wenn mein Profil vollständig (aber nicht mehr ganz aktuell) ist.

Hier noch die Daten von Joachim Rumohr. Das darf natürlich bei keinem meiner Interviews fehlen:

Joachim Rumohr: WebsiteBlogRSSShopXing
Follow @xingexperte

Wie steht ihr zu XING. Konntet ihr schon konkrete Erfolge feiern, oder seid ihr auch nur passive Mitglieder?
Was haltet ihr von der Aussage, dass man auch als Blogger eher businesslike auftreten sollte? Ist es nicht gerade die Persönlichkeit die Blogger interessant macht?

Über den Autor Ralf Bohnert

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Ein Kommentar für “Interview mit XING-Experte Joachim Rumohr”

  1. Um ehrlich zu sein dümpelt mein XING Account seit geraumer Zeit vor sich hin. Ich habe mich einfach noch nicht richtig mit diesem Netzwerk beschäftig. Nach diesem sehr informativen Artikel werde ich mal tiefer in XING eintauchen. Das erwähnte Buch hatte ich bereits bei Amazon auf meinen Merkzettel gelistet. Wird einer der nächsten Einkäufe sein, denke ich.

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