04.10.10

Erfolg mit einem Webprojekt haben und das Langfristig, dass ist das was man gerne schaffen möchte. Doch es gibt einen entscheidenden Fehler, den viele Machen. Es wird alles nur von einer Seite gesehen: Die technische! Mit dieser fünfteiligen Artikelserie möchte ich nun auch auf die mentale Seite eingehen, die für den Erfolg wichtig ist.

In dieser Artikelserie, werde ich immer von einem Blog als Projektbeispiel sprechen. Natürlich kann man die Sichtweisen auch 1:1 auf andere Arten von Projekten übertragen. Egal ob es um eine Affiliate-Seite, einen Onlineshop oder ein Offline-Geschäft geht. Die in dieser Serie behandelten Themen lassen sich überall anwenden.

Doch um was geht es hier denn genau – Der Fall von Heinz

Nun, ein kleines fiktives Beispiel: Heinz will einen Blog starten. Er will richtig erfolgreich werden, viele Besucher haben und gutes Geld verdienen.
Heinz liest schon seit Monaten alle möglichen Bücher, Blogs und Newsletter von den erfolgreichen Webworkern dieser tollen Welt.
SEO, Monetarisierung, WordPress, Social-Media und noch so einiges mehr. Er hat alles gelesen, was er wissen muss um einen erfolgreichen und profitablen Blog zu führen.

Doch irgendwie hat Heinz ein Problem. Er hat Monate gebraucht um anzufangen, hat sich ein profitables Nischenthema im Bereich Garten gesucht, zu dem er bloggt und hat alle möglichen Strategien versucht um Traffic zu generieren und Einnahmen zu erzielen.

Das Ergebnis: Nichts!

Joa, ein paar Besucher sind es schon, er hat sich ja schließlich schlau gemacht wie man daran kommt. Die Besucherzahlen sind aber trotzdem nur mäßig und verdient hat er bisher ein paar Cent mit Adsense, da seine Bekannten, um ihm was Gutes zu tun, ein bisschen geklickt haben. Tut ihnen ja nicht weh.
Die Lust weiter zu bloggen hält sich auch in Grenzen. Anfangs noch zwischen 3-5 Artikel die Woche, schreibt er nun 3 im Monat. Von anfänglich 800 – 1000 Wörtern, sind noch 300 pro Artikel geblieben und beinhalten viel bla bla. Er versucht sich aufzuraffen, schafft es aber nicht, dementsprechend stagniert sein Traffic, seine Einnahmen sind bei null, da seine Freunde auch nicht mehr unter die Besucher gehören.

Was ist da los bei Heinz

Heinz hat sich ein Nischenthema im Bereich Garten herausgesucht. Allerdings hat Heinz keinen Garten. Er hat eigentlich auch keine Lust auf Garten.
Aber die Ergebnisse seiner Themenrecherche waren vielversprechend und Heinz hat schon die Eurozeichen in seinem Garten gesehen, den er mal (inklusive Gärtner) hat, wenn sein Blog erst mal ordentlich Geld reinspült. Die ersten Artikel, bei denen er noch motiviert war, waren auch inhaltlich sehr gut. Ok, Heinz hat auch für jeden Artikel 3 Stunden recherchiert, denn er wusste ja nichts über Gärten.
Mit der Zeit wurde ihm die Recherche aber zu doof, denn was zum Kuckuck interessiert ihn das Dasein eines Gärtners. Die Recherchen wurden kürzer, die Artikel weniger und schlechter und die Besucherzahlen waren im Eimer. Er hatte die Schnauze voll. Die Domain wurde gekündigt, alles was offline gesichert war in den Papierkorb befördert. Dabei hat er nur einen Fehler gemacht – das falsche Thema gewählt.

Das richtige Thema und der Spaß

Am Beispiel von Heinz sehen wir, wie es täglich vielen geht. Theoretisches Wissen aneignen, irgendwann mal Anfangen und schnell wieder aufhören weil das Thema uninteressant ist und sich deshalb auch der Erfolg in Grenzen hält. (Wenn man überhaupt von Erfolg sprechen kann)

Die richtige Themenwahl ist also eines der wichtigsten Dinge, die es VOR dem Start zu erledigen gilt. Wenn euer Projekt nur einen Hauch von Erfolg haben soll, muss das Thema passen. Laut Recherche-Tools profitable Nischen sind super. Wenn es aber ein Projekt wird, um das man sich regelmäßig kümmern muss um Erfolg zu haben, muss man sich für das Thema interessieren. Man muss sich sicher sein, dass man an diesem Thema langfristig Spaß hat.
Einen Blog zu starten, nur weil das Thema profitabel scheint oder weil man reich werden will ist fast so, wie wenn man mit 10 Liter Benzin im Auto versucht, 2000km zu fahren – Man wird nicht ankommen. Man muss immer in der Lage sein zwischendurch zu tanken. Dann hat man Chancen nach langer Fahrt auch anzukommen.

Startet also eure Reise nicht wenn folgende Aussagen zu euren Beweggründen passen:

  • Ich starte weil ich unbedingt Geld verdienen will
  • Ich starte, weil diverse Tools mir sagen, dass ich dieses Thema mögen soll

Ihr sollt starten, weil euch das Thema interessiert und es euch Freude bereitet, sich mit dem Thema immer und immer wieder auseinanderzusetzen, denn das müsst Ihr!
Es ist einfach verdammt wichtig vor dem Beginn die Realität zu sehen. Und die sieht meist wie folgt aus:

  • Ihr müsst euch intensiv mit dem Thema auseinander setzen, nicht einmal, sondern immer wieder!
  • Ihr müsst Begeistert von diesem Thema sein, denn die Begeisterung findet sich in euren Texten wieder! (Stichwort Wiedererkennungswert, Persönlichkeit, Qualität)
  • Ihr müsst immer wieder Kommentare und Mails beantworten, in denen es um das Thema geht!
  • Ihr müsst regelmäßig mit Gleichgesinnten kommunizieren und das nicht, weil sie Euch ansprechen! (z.B.: Twitter, Foren)
  • Ihr müsst euch mit anderen Projekten zu dem Thema auseinandersetzen! (u.a. wg. Konkurrenzanalyse, Kooperationen, Inspiration)
  • Ihr müsst das Themengebiet, bzw. das Projekt immer wieder mit neuen Worten beschreiben können (Linkbuilding, SEO, Interviews, usw.)

Ok, ich denke wenn ich weiter aufzähle wird es evtl. für den einen oder anderen etwas schmerzhaft 😉
Macht doch einfach mal den Test – Am Ende des Artikels gibt’s die Liste sozusagen als Lückentext zum Download. Druckt die Liste aus, ergänzt sie mit eurem Thema und liest es eine Woche lang jeden Abend durch.

Danach könnt Ihr dann abhaken (oder eben nicht). Wenn Ihr also nicht mehr einschlafen könnt, weil euch das Thema in Verbindung mit der Realität Magenschmerzen bereitet, oder Ihr nicht einmal daran denkt, einen Haken zu setzen, dann wisst Ihr, das euer Thema nichts ist.

Egal wie profitabel die Nische oder das Thema sein mag, langfristig wird das Projekt nicht den gewünschten Erfolg haben und Ihr habt dann viel Energie umsonst verbraten. Und das schlimmste daran – Ihr könntet mit dem richtigen Thema schon so weit sein! Glaubt mir, ich hab solche Projekte auch hinter mir. Angefangen – Aufgehört – Angefangen – Hingeschmissen.

Was hatte ich davon? Viel Arbeit für nichts und jedes Mal 12€ Minus (Domain). Ok, ein bisschen was ging schon, aber nicht so, dass es sich lohnen würde – Nicht für den Preis das ich meine Zeit mit Themen verschwende, die mich mal so gar nicht interessieren. Zeit ist das wichtigste Gut des Menschen, setzt sie also sinnvoll ein.

Aber um mit dem Projekt langfristige Erfolge zu erzielen, müsst Ihr auch eines unbedingt tun – es TUN, anfangen, aus den Puschen kommen.

Einfach mal Anfangen

Noch ein Buch, noch ein Abo, noch ein neuer Blog – Noch mehr SEO Wissen, noch mehr Traffic-Quellen, noch mehr Tipps zur Monetarisierung und zur Technik.

Herzlichen Glückwunsch, ich überreiche Ihnen den Online-Award für theoretisches Wissen und möglichen Erfolg 😉

Wissen, wie man ein Projekt aufbaut ist super und dieses Wissen ist auch nötig. Doch was bringt es mir, wenn ich gar nicht dazu komme es anzuwenden? Gar nichts. Vor Allem lernt man nur vom Lesen nicht wirklich viel.

Eignet euch also das wichtigste Grundwissen an und dann – ab geht’s. Startet einfach und wendet das gelernte an. Am TUN scheitert es schon bei den Meisten. Haltet euch als vor Augen, dass Ihr nur damit, dass Ihr angefangen habt, schon einiges an „Konkurrenz“ hinter euch gelassen habt.

TIPP: Geht die Blogstart-Serie von Peer Wandiger durch. Danach wisst Ihr eigentlich alles, was Ihr vor dem Start eines Blogs wissen müsst. Das lässt sich zum Großteil auch auf andere Projektarten übertragen. Alles andere kommt danach und in der Praxis.

Fassen wir also den ersten Teil der Artikelserie zusammen:

Wir haben gelernt, dass Heinz es nicht geschafft hat. Ebenso gelernt haben wir warum er es nicht geschafft hat.
Wir wissen nun, dass die – ich sag mal – technischen Kenntnisse nicht alles sind. Spaß am Thema muss man haben. Mit Herzblut an die Sache rangehen. Den Leser begeistern können und noch einiges mehr. Dabei sollte das Geld nicht der einzige und wichtigste Beweggrund sein. Ihr müsst immer wieder viele Dinge erledigen (siehe Liste), die nur dann richtig zu bewerkstelligen sind, wenn man mit Spaß, Freude und Interesse bei der Sache ist.

Arbeitet die Liste ab, die euch zeigt, ob Ihr das richtige Thema habt: Die Liste
Hier nochmal der Link zur Blogstart-Serie von Peer Wandiger: Die Blogstart-Serie

Und dann – FANGT AN!!!

In Teil 2 geht es dann um Zielsetzung! Ein leider unterschätztes Thema. Also aufmerksam lesen 😉

Ich hoffe euch hat der erste Teil der Artikelserie gefallen. Was ist eure Meinung zu dem Thema?

Langfristigen Erfolg mit einem Webprojekt
Vorwort – Langfristigen Erfolg mit einem Webprojekt – Artikelserie
Teil 2 – Ziele setzen und Erfolge feiern
Teil 3 – Die Motivation
Teil 4 – Think positiv!
Teil 5 – Kleine Tipps und ein Video

Bildquelle: aboutpixel.de / Kaffe zur Arbeit © Holger Hecklau

Über den Autor Ralf Bohnert

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16 Kommentare für “Langfristigen Erfolg mit einem Webprojekt – Teil 1 – Das richtige Thema, der Spaß und das Anfangen”

  1. Schön geschrieben. In der Tat: der Spaß an der Sache (besser gesagt: nicht nur am bloggen generell sondern am Thema, dem man sich widmet) ist essentiell.
    Das ist wohl ungefähr vergleichbar mit Leuten, die ihr Hobby zum Beruf gemacht haben und denen es folglich auch nicht so viel ausmacht Überstunden zu schieben als jemandem, der die Arbeit nur macht, weil er Geld verdienen will.

  2. „Herzlichen Glückwunsch, ich überreiche Ihnen den Online-Award für theoretisches Wissen und möglichen Erfolg“

    den muss ich mir merken 🙂

    bei dem Faktor Spaß und Interesse gebe ich voll recht! Es muss Spaß machen Texte zu verfassen! In dem Moment in dem man schreibt, muss man voll in der Sache sein sonst hat das alles keinen Sinn! Nur Blabla interessiert niemanden und wer einmal auf den Blog war kommt nie wieder!

    Nur weil man eine Nische denkt gefunden zu haben, sollte man nicht einfach sinnlos was aus dem Boden stampfen! Ich schreibe gerne über SEO auch wann das sicherlich keine nische ist! 🙂

    Freu mich schon auf die anderen Teile der artikelserie!

    Lg

  3. Und dann gibt´s da noch die Kandidaten, die sich tatsächlich zu 1000% Prozent für ein Thema interessieren, nichts anderes mehr im Kopf haben. Nach 6 Monaten max einem Jahr geht das Interesse dann gegen NULL . Neues Thema — anfangen — desinteresse — hingeschmissen — neues Thema — .. und täglich grüßt das Murmeltier.

    Gruß
    RobMcKenna

  4. Ohja, gerade der Teil mit dem „Einfach mal Anfangen“ ist gut getroffen. Und das kenn ich irgendwo her… Hmm… 😉

  5. Du hast es wirklich getroffen. Langfristigen Erfolg gibt es nur mit Spaß an der Sache. Ich freue mich schon auf die folgenden Artikel.

  6. Hi Jürgen, freut mich das dir die Artikelserie gefällt. Gerade ist Teil 3 erschienen 😉

  7. Hallo Bohn,

    vielen Dank für deinen interessanten Artikel.

    Ich muss sagen, ich habe mir vor Eröffnung meines Blogs keine großen Gedanken gemacht in welche Richtung das mal gehen soll. Ich habe mich vorher generell nicht wirklich mit dem Thema Bloggen beschäftigt. Ich wollte mien Thema ins Netz bringt und ein Blog war die einfachste Möglichkeit. Der Spaß am Bloggen kam im laufe der Zeit dazu und es bereitet mir immer noch freude. Nun hoffe ich natürlich das es in den nächsten Jahren auch so bleiben bzw. sogar noch besser wird.

    Freue mich gleich die anderen Artikel deiner Serie zu lesen.

    Gruß
    Tina

  8. Hallo MrsBerry,

    nunja, in deinem Fall hattest du aber trotzdem DEIN Thema, was ja sehr wichtig ist.
    Freut mich auf jeden Fall das dir der Artikel gefällt, ich hoffe die anderen auch 😉

  9. Wow, vielen Dank für den tollen Artikel – auch wenn er schon ein bissl älter ist (bin leider erst heute zum ersten Mal auf deiner Seite gelandet).

    Gut geschrieben. Weiter so!

    Grüße,
    Tim

  10. @Tim, freut mich das er dir gefällt. Gott sei Dank ist es egal wie alt er ist. Der Inhalt ist ja zeitlos 😉

  11. hallo,

    ich möchte auch anfangen zu bloggen und bin über die googlesuche auf deinen blog gestossen und habe vorher schon in vielen blogs gelesen, aber du verbindest spaß beim lesen mit tollen infos und schreibst einfach toll, dankeschön!

    lg sandra

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