03.12.12

Als HTML5 vorgestellt wurde, gab es wie immer zwei Lager: Die Einen sahen sinnvolle Vorteile, die Anderen konnten den Hype nicht verstehen. HTML5 bietet einige Vorteile gegenüber seinen Vorgänger. Mal von der Arbeit mit HTML5 selbst abgesehen hat man die Möglichkeit WebApps zu entwickeln und könnte auch im Bereich SEO zukünftig profitieren.

HTML5 und die Vorteile

HTML5 bietet einiges, was die Vorgängerversionen nicht boten. Grundsätzlich ist HTML zur Strukturierung und Auszeichung von Inhalten gedacht. Die neue Version geht aber darüber hinaus, denn sie dient auch zur Darstellung von z.B. Video- und Audio-Elementen sowie dynamischen Grafiken. Somit ist man beim HTML5 Webdesign flexibler und nicht nicht zwingend auf Flash oder Ähnliches angewiesen. Aber auch ein lokaler Speicher oder die Entwicklung kompletter WebApps sind Vorteile von HTML5.

Flexibel ist also ein wichtiger Punkt bei der Nutzung von HTML5. Aber mal von den „Features“ abgesehen ist die semantische Auszeichnung ein wichtiger Punkt. So kann man seine Inhalt noch deutlicher (sinnvoller?) auszeichnen. Dafür sorgen eindeutige Elemente wie:

  • header – Deklariert den Kopfbereich
  • footer – Deklariert den Fußbereich
  • nav – Deklariert die Navigation
  • section – Kann mehrfach verwendet werden und deklariert z.B. zwei verschiedene Inhaltsbereich
  • article – Der wichtige Hauptcontent
  • aside – Im Falle eines Blogs z.B. die typische Sidebar
  • details – Damit kann man weiterführende oder ergänzende Informationen zu einem Thema deklarieren

HTML5 als Kriterium für die Suchmaschinenoptimierung?

Als HTML5 die Runde machte, herrschte auch unter SEOs viel Wirbel. Gerade was die Semantik angeht, klingt das ja erst Mal nach etwas Gutem, auch in Bezug auf Suchmaschinen. Fakt ist aber das es keinerlei belegte Studien dazu gibt, aus denen hervorgeht, das HTML5 (richtig angewendet versteht sich) direkt einen Vorteil in Ranking und Sichtbarkeit bringt. Meiner Meinung nach ist es nicht im Sinne von Google (oder anderen Suchmaschinen), Webseiten für solche Dinge zu bevorzugen. Richtig ist: Google will sauberen Quellcode. Den kann man aber auch mit HTML4 oder anderen Versionen liefern. Und Google kann diese auch (wenn richtig angewendet) sehr gut einordnen. Zudem würde man mit einer Bevorzugung von HTML5 ja wieder denen in die Karten spielen, die Ihre Website bis zum Brechen optimieren, ohne jegliche Ansprüche an den Inhalt zu haben.

Aber: Setzt man z.B. oben genannte Elemente richtig ein, hat natürlich das Suchmaschinen-Auge mehr Input, auch was Gewichtung von Sektionen angeht. Anders als bei einer schlecht umgesetzten Website mit älteren Versionen, wo es auf den ersten Blick schwierig ist, die wichtigen Teile einer Website von den weniger wichtigen Teilen zu unterscheiden.

Also würde ich behaupten das HTML5 ansich kein Vorteil ist, einem das Leben aber einfacher machen kann, wenn man selbst werkelt und keine tiefgründigen Kenntnisse hat. Zudem kommen meiner Meinung nach folgende Punkte die HTML5 sinnvoll erscheinen lässt:

  • Verzicht auf z.B. Flashinhalte und Deklaration mit <audio> oder <video> – Also direkte Ansteuerungen von Multimedia-Inhalten
  • Barrierefreiheit. Google setzt nicht nur sauberen Quellcode, sondern auch Barrierefreiheit voraus. Und mit der eindeutigen Deklaration von verschiedenen Elementen, arbeitet man automatisch in die richtige Richtung.

Und dann gibt es noch 2 interessante Punkte, die ich oben bewusst weggelassen habe:

  • RichSnippets
  • Autor-Tag

Beides Dinge, die in erster Linie bei sinnvollem Einsatz bessere Klickraten in den SERPs bringen (können). Beim Autoren-Tag ist auch die Verknüpfung mit dem eigenen Google+ Profil nicht zu unterschätzen. Zwar ist Google+ höchstwahrscheinlich (NOCH) kein Rankingfaktor, könnte es aber in Zukunft werden. Zudem verschafft man sich generell als Autor einen gewissen Trust. Wie viel dieser in Zukunft wirklich Wert ist bleibt abzuwarten.

Fazit

HTML5 bringt einige Vorteile mit sich von denen ich die meiner Meinung nach wichtigsten genannt habe. Es gibt sicherlich noch mehr, aber die sind dann eher tiefgründiger und wären eher in einem Artikel der auf die Webentwicklung selbst eingeht besser aufgehoben.

Die Vorteile von HTML5 zu nutzen macht Sinn. Im Bereich der Suchmaschinenoptimierung ist es noch nicht belegt ob und welchen Vorteil das Ganze bringt. Sollte es dazu mittlerweile fundierte Tests geben, dürft ihr mir gerne einen Link zukommen lassen 😉

8 Kommentare für “Vorteile HTML5 – auch bei der Suchmaschinenoptimierung?”

  1. Sehe ich ähnlich. Grundsätzlich mag der Googlebot, wenn man es ihm leicht macht. Weiß er sofort, was der Kopfbereich etc. ist, muss er nicht erst Seiten vergleichen, um das heraus zu finden. Bei Milliarden von Webseiten bedeutet das für Google bares Geld. Daher gehe ich schon davon aus, dass Google die Nutzung solcher Elemente in Zukunft „fördern“ wird.

  2. guter „basic“ artikel. das web wird immer semantischer. auch geil sind z.b. die neuen input-types wie „email“ oder „number“, die gerade auf mobilen geräten für mehr komfort sorgen, da entsprechende tastaturen eingeblendet werden. eine gute seite, die die html5-elemente vertiefend erklärt ist z.b http://html5doctor.com/

  3. Vielen Dank für den interessanten Artikel. Ich habe bislang noch nicht viel Berührungspunkte mit HTML 5 gehabt, wenn es aber Videos und Flashelemente, so wie du schreibst, leichter integrieren lässt, dann lohnt es sich vielleicht, sich ein wenig näher damit zu befassen. Aber bald ist Weihnachten, da schließe ich den Laden zu und vielleicht habe ich dann ein paar Tage Zeit, mich damit zu befassen.

  4. Nein sorry, ein Buch kann ich nicht empfehlen. Hab bisher auch nur die Online-Ressourcen gelesen.

  5. Hi Ralf,

    cooler Übersichtsartikel, auch wenn das Thema natürlich viel größer ist.
    Ich möchte mich kommendes Jahr in HTML 5 stürzen (u.a. eine neue Version von http://www.meine-landkarte.de erstellen und ein Tutorial für Catmoney schreiben).

    Und übrigens danke für das interessante Webmasterfriday-Thema :-)

    Viele Grüße

    Andreas

  6. Hallo Ralf,

    auch wenn Dein Beitrag schon knapp ein Jahr alt ist, möchte ich mal meinen Senf dazugeben, da ich selbst Erfahrungen mit HTML5 in Verbindung mit SEO machen konnte.

    Dass Google strukturierte Daten liebt, zeigt auch das Rich Snippet Tool (http://www.google.com/webmasters/tools/richsnippets). Vor einiger Zeit sind hier auch explizite Richtlinien veröffentlicht wurden, was auf potentiellen Spam schließen lässt.

    Wie Jonas schon geschrieben hat, wenn weniger Daten miteinander verglichen und ausgewertet werden müssen, werden weniger Ressourcen benötigt und entsprechend weniger kostet dies den Suchmaschinengiganten.

    Auch die letzten Updates des Algorithums‘ (siehe auch Panda-Update: http://blog.visual-minds.de/google-update-panda-google-fur-mehr-qualitat.html) lassen erkennen, dass Aktualität neben Qualität zu den starken Interessen zählen. Wer also auch auf die aktuelle HTML-Techniken setzt, wird von Google belohnt. Der Rest respektive Qualität muss natürlich zum Gesamtbild einer Website passen und einen positiven Eindruck hinterlassen.

    Mit besten Grüßen
    Steve

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