14.05.12

Vergangenen Freitag wurde wieder ein neues Thema zum Webmaster Friday gewählt. Diesmal geht es um die Frage, wie wichtig Suchmaschinen-Traffic (für einen selbst) ist. Da dieses Thema auch durch die letzten Google-Updates interessant ist, werde ich ein paar Worte dazu schreiben.

Wie wichtig ist Google-Traffic?

So die Frage von Martin beim Webmaster Friday.

Die Antwort ist denke ich bei den meisten Webmastern recht einfach: Sehr wichtig!
Bei dieser Aussage gehe ich einfach von dem aus, was man in verschiedenen Blogs zu lesen bekommt und was verschiedene Webmaster über sonstige Kanäle aussagen. Dazu kommt natürlich meine eigene Erfahrung.

Egal wo man hinguckt, sofern öffentlich darüber gesprochen oder geschrieben wird. Im Schnitt kann man sagen, das mindestens 60-70% des Traffics eines Projektes aus Suchmaschinen gezogen wird. Und von diesem Anteil sind sicherlich 95% alleine von Google (geschätzt). Das zeigt also nicht nur die Wichtigkeit von Suchmaschinen-Traffic bei der breiten Masse, sondern auch die Rolle von Google. Ich glaube neben Staat, Banken und Versicherung kann Google mit Änderungen an Gesetzen Richtlinien oder an den Änderungen des Algorithmus die meisten Existenzen beeinflussen. Das ist jetzt etwas plump daher gesagt, aber so ist zumindest meine Wahrnehmung.

Gehe ich jetzt mal von meinen Projekten aus, sieht das ähnlich aus.

Google – Der Konzern mit den Fäden in der Hand

Ich habe hier mal 5 Kreisdiagramme von 5 zufällig ausgesuchten Projekten von mir die eine klare Sprache sprechen:

Hier ist sehr deutlich zu sehen, welchen Anteil Google, bzw. der Traffic aus den Suchergebnissen an dem Erfolg (oder Misserfolg) meiner Projekte hat. Das sind 5 Beispiele, die aber eigentlich für alle anderen sprechen.
Also auch ich kann für mich sagen: Organischer Traffic von Google sorgt für einen nicht kleinen Teil meines Einkommens. Zumindest was den Verdienst direkt über die verschiedenen Projekte angeht. Aber letztlich hängt auch viel mehr davon ab, als nur das direkte Einkommen.

Beispiel

Neben den Projekten, lebe ich auch von verschiedenen Dienstleistungen. Wenn ich nun mal gucke, wo die meisten Aufträge ihren Ursprung hatten, dann ist die Antwort: bohncore.de

Über bohncore.de erreiche ich viele Leser die grundsätzlich auch der Zielgruppe meiner Agentur entsprechen. Zudem knüpfe ich durch den Blog viele Kontakte die ebenfalls teilweise an unseren Leistungen Interesse haben und/oder diese weiterempfehlen. Also ist der Ursprung der Blog – und der lebt nun Mal auch zu einem nicht kleinen Teil von den Besuchern des Suchmaschinen-Riesen.

Ich habe das vor einer Weile schon Mal in einem anderen Artikel beschrieben, deshalb an dieser Stelle „nur“ der Link zum Artikel.

Unabhängigkeit durch Abhängigkeit?

Kommen wir zum letzten Punkt den ich ansprechen möchte, der aber auch Raum für eure Gedanken lassen soll.

Lebe ich von Webprojekten ist in der Regel Google die Tante die mir Besucher bringt. Betreibe ich ein „Offline-Unternehmen“ mit dem ich online meine Zielgruppe erreichen möchte, steht auch Tante Google dazwischen.

Natürlich gibt es für beide Varianten auch alternative Traffic-Quellen, aber die werden denke ich (bei mir) nie den selben Stellenwert einnehmen. Also ist man abhängig, obwohl man mit dem Internet eigentlich unabhängig sein möchte. Doch bewusst wird das einem immer erst dann, wenn an der Quelle kein Wasser mehr sprudelt.
Bestes Beispiel die vergangenen Updates und Änderungen von Google. Das sind scheinbar wirklich Existenzen draufgegangen, sind kurz davor oder werden es früher oder später. Schlimm wird es wirklich dann, wenn man seine Brötchen durch EINE Website verdient, die wiederum zu 60-80% von den Suchmaschinen-Rankings bei Google abhängig ist. Ein Fehler, eine Algo-Änderung, oder einfach nur ein längerer Schluckauf seitens Google und die Brötchen können nicht mehr bezahlt werden wenn es schlimm läuft.

Nun ist die Frage: Glaubt ihr man macht sich zu starkt Abhängig von Google? Tut ihr das im Speziellen? Wo seht ihr Chancen das Risiko im Internet-Business zu mindern oder besser zu verteilen?

9 Kommentare für “Suchmaschinen-Traffic – Unabhängig durch Abhängigkeit?”

  1. Die Abhängigkeit von Google ist wirklich riesig. Wer langfristig Erfolg haben will, der kommt um eine Optimierung für Google nicht herum und ist auf deren Besucher angewiesen.

    Gibt allerdings auch genug Projekte, die genügend „wiederkehrende Besucher“ besitzen und demnach nur in zweiter Instanz auf Google angewiesen sind.

  2. Es geht m.E. auch nichts an Google als Traffic-Quelle vorbei.

    Wenn ich nicht gerade ein mega Brand bin, welches die Allgemeinheit automatisch in den Browser eintippt, bin ich von Tante G abhängig und muss mich nach ihr richten.

    Selbst Verweise von anderen Seiten sind in einer Art vergänglich und der daraus resultierende Traffic schwankend, denn…

    … diese linkenden Seiten können abgestraft werden, dann habe ich zum einen einen Bad-Link und zum anderen die linkende Seite keinen Traffic mehr, den sie mir schicken könnte.

    … selbst gute Links auf Blogs oder anderen Plattformen (auch Spiegel, Bild etc.) sind meist chronologisch aufgebaut, diese geraten in Vergessenheit / Nicht-Aktualität und bieten nur noch einen guten Link-Juice, aber keinen Traffic, wie bei dem Zeitpunkt der Publikation.

    Deshalb ist es umso wichtiger gut in Google zu ranken bzw. breit gefächert in der Online Welt verteten zu sein und verstärkt auch die Social Networks zu nutzen (als Traffic-Quelle und OffPage Optimierung).

  3. Man sollte das Risiko auf jeden Fall verteilen, z.B auf verschiedene Webprojekte. Wenn eines abgestraft wird, bleiben immer noch die anderen.

    Alternativ kann man auch zusätzliche Einnahmequellen setzen, die nicht direkt vom Webauftritt abhängig sind, z.B. digitale Güter, die über andere Portale verkauft werden wie E-Books, Apps, 3D Modelle etc. Auch die eigenen Dienstleistungen können über Freelancer-Portale etc. angeboten werden oder durch Mundpropaganda weiter getragen werden.

  4. Hallo,
    eine gewisse Abhängigkeit vom Google (SE) Traffic, ist heute bei sehr vielen Unternehmen gegeben. Die entscheidende Frage ist wie ausgeprägt ist die Abhängigkeit des Unternehmenserfolgs vom Google Ranking. Ein Immobilienmakler beispielsweise, der sein Business in einer deutschen Großstadt betreibt und für ein Key (z.B. Einfamilienhaus) + die Großstadt mit seinem Webauftritt sehr gut ranked, wird hierdurch nicht unerhebliche Zusatzeinahmen erzielen können. Dennoch wird er seine Häuser auch in den einschlägigen Immobilienportalen einstellen, in Branchenverzeichnissen eingetragen sein und offline-Werbung betreiben. Bricht jetzt das Ranking weg, wird er trotzdem Umsätze (wenn auch weniger und mit geringerer Marge) haben. Evtl. könnte jetzt z.B. Adwords verstärkt zum Einsatz kommen.
    Für einen Betreiber von Affli. Seiten (Annahme: wenig wiederkehrende Besucher) hingen bemisst sich die die Anhängigkeit daran ob bei gekauften Besuchern (Adwords, Facebook) immer noch etwas hängen bleiben würde. Bei den meisten dieser Seiten ist der Rankingverlust aber wahrscheinlich „the End“. Sicher vorbei ist es nach dauerhaftem Rankingverlust bei MfA- Websites.
    Entsprechend Riskant ist es nur mit solchen Pages (auf Google Ranking gebaut) seinen Lebensunterhalt verdienen zu wollen.

    Gruß

  5. Ich bin auch einer dieser selfmade Internet-Unternehmer, der sich seit 2007 so gut wie ausschließlich auf Google verlassen hat und nun, nach einem erneuten Update, nun in der Tat verlassen bin. Ich betreibe mehrere Webseiten mit verschiedene Affiliate-Programme. Ende 2010 hatte ich damit circa 150T verdient. Nun, man passt sich leider seinen Lebensstil viel zu schnell dieser Größenordnung an und gewöhnt sich dran. „Was sollte mir auch passieren?“, dachte ich immer. Gib mir einen Internetanschluss und ein Notebook und ich arbeite von jedem Ort der Welt vollkommen UNABHÄNGIG durch die Abhängigkeit; jawohl!

    Wie der Author hier selbst schreibt: Diese Abhängigkeit wird einem erst richtig bewusst, wenn es zu spät ist! Und ich kann nur hoffen, dass Google mit der Zeit etwas mehr Macht verliert.

    Mal schauen wie es bei mir weitergeht. Eine andere Trafficquelle zu finden halte ich ehrlich gesagt für äußerst mühsam. Wenn ich z.B. ein Portal für Kreditvermittlungen betreibe und z.B. mit dem Keyword „günstige Kredite“ auf Platz 1 oder 2 stehe, ist das einfach eine ganz andere Sache, als wie wenn ich mir einen festen Leserkreis über Facebook oder Twitter aufbaue. Außerdem würde letzteres ja auch wieder von zwei weiteren Unternehemn abhängig machen. Fragt sich also: Gibt es die totale Unabhängigkeit von den globle Player im Internetbusiness wirklich?

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