09.08.11

Gastartikel von Tobias Hagemeister – Liest man heute in diversen Fachbüchern oder informiert sich im Web zum Thema Online-Marketing dann fällt oftmals die beliebte Phrase „Quality content is king“.

Dies ist sicherlich völlig richtig und eine vielversprechende SEO Maßnahme um in den verschiedenen Suchmaschinen gefunden zu werden und bestenfalls bei den Suchtreffern im oberen Drittel zu landen.

Meines Erachtens kann jedoch neben dem Inhalt auch ein ansprechender Artikel-Footer dazu beitragen den eigenen Traffic zu steigern. Denn es sollte das Ziel sein, den Besucher dazu zu bewegen einen Kommentar schreiben, den Blog-Artikel im Netzwerk zu verteilen und natürlich baldmöglichst wieder am Blog vorbeizuschauen.

Unter einem Artikel-Footer verstehe ich sämtliche Bereiche die nach dem eigentlichen Inhalt eines Blog-Artikels angezeigt werden, wie z.B. Kommentarfeld, Autorenbox oder auch die einzelnen Social Media Buttons zum verteilen des Artikels im eigenen Netzwerk.

In diesem Gastartikel möchte ich nachfolgend auf die einzelnen Bereiche im Artikel-Footer eingehen und aufzeigen welche Möglichkeiten es insgesamt gibt um einen ansprechenden Footer zu gestalten. Dieser Artikel beschreibt jedoch nicht, wie einzelne Code-Fragmente im Detail innerhalb des WordPress Themes eingebaut werden müssen.

Sieht man sich diverse Blogs im Netz an, erkennt man schnell, dass sich in den letzten Jahren doch eine gewisse wiederkehrende Struktur im Artikel-Footer etabliert hat und deshalb werden nachfolgend die folgenden Bereiche beschrieben:

  • Autorenbox
  • Kommentar-Bereich
  • Social Media Buttons

Bei der Vielzahl an verfügbaren WordPress Themes am Markt ist jedes Theme ein wenig anders strukturiert. Grundsätzlich werden bei allen Themes die Artikel-Footer Änderungen bzw. Anpassungen jedoch in der single.php durchgeführt. Sollte diese Datei nicht vorhanden sein, ist oftmals die index.php für Anpassungen zu nutzen (beide Dateien sind im Root-Verzeichnis des WordPress Themes zu finden).

Die Autorenbox

Schreiben am Blog mehrere Autoren, kann es durchaus Sinn machen über eine sogenannte Autorenbox am Ende des Blog-Artikels nachzudenken und ein kurzes Autorenprofil aufzuzeigen. Eine Autorenbox zeigt zusätzliche Hintergrundinformationen über den Autor auf und kann dazu beitragen Leser und Autor miteinander zu vernetzen.

Das Grundgerüst für das Autorenprofil
Bei vielen WordPress Themes ist eine solche Autorenbox heute schon vorab konfiguriert und muss nicht mehr manuell angepasst werden. Sollte dies einmal nicht der Fall sein, beschreiben beispielsweise das Schweizer WordPress Magazin, Netz-Online oder auch wpkube wie das Grundgerüst der Autoren-Box manuell im WordPress Theme einzupflegen ist.

Der Inhalt des Autorenprofils kann anschließend in den einzelnen Benutzerprofilen des WordPress Backends hinterlegt werden. Unter Biographische Angaben kann das eigene Autorenprofil ausformuliert werden. Um allerdings Hyperlinks in den biographischen Angaben bzw. in der Beschreibung des Autorenprofils zu ermöglichen ist eine kleine Anpassung der Datei default-filters.php im Ordner wp-includes notwendig. Dort muss die folgende Code-Zeile eingefügt werden um HTML Tags zu erlauben:

remove_filter(‘pre_user_description’, ‘wp_filter_kses’);

Zusatzfunktionen für die Autorenbox

Neben den grundlegenden Funktionen gibt es zahlreiche weitere Möglichkeiten um die Autorenbox zu konfigurieren und an die eigene Bedürfnisse anzupassen. Dies geschieht durch einzelne Autoren Templates, welche detailliert im Codex von WordPress beschrieben sind.  Weitere Möglichkeiten für die Autorenbox sind demnach beispielsweise:

  • Alle Artikel eines Autors anzuzeigen:
    <?php the_author_posts_link(); ?>
  • Die Anzahl der veröffentlichten Artikel darstellen:
    <?php  the_author_posts(); ?>
  • Eine Autorenliste präsentieren:
    <?php wp_list_authors(); ?>
  • Eine Autorenliste präsentieren, jedoch ohne den User admin:
    <?php wp_list_authors('exclude_admin=0'); ?>

Der Kommentar-Bereich im Blog

Das Kommentar-System von WordPress  nutzen oder auf externe Kommentar-Systeme zurückgreifen?

Startet man einen neuen Blog sollte man sich zu Beginn auf jeden Fall überlegen, ob man das hauseigene Kommentar-System von WordPress verwenden möchte oder alternativ dazu zentralisierte Diskussions-Plattformen wie Disqus oder Intense Debate. Diese ermöglichen eine Integration von verschiedenen sozialen Netzwerken wie z.B. Twitter oder Facebook um dann mit diesen Benutzerprofilen Kommentare zu hinterlassen. Ich persönlich bin kein großer Fan von diesen Plattformen, da es zum einen nur mit recht hohem Aufwand an das eigene Theme angepasst werden kann und zum anderen ist es aufgrund des Datenschutzes etwas bedenklich, da die Kommentare bei einem fremden Dienst hinterlegt werden.

WordPress Plug-Ins für den Kommentarbereich

Um den Kommentar-Bereich von WordPress im Artikel-Footer zu optimieren stehen mittlerweile zahlreiche Plug-Ins zur Verfügung. Die drei wichtigsten Kommentar-Plug-Ins lassen sich meines Erachtens wie folgt zusammenfassen:

  • Subscribe to Comments ermöglicht es Kommentare eines Artikel zu abonnieren
  • Mittels Official Comments kann man Kommentare des Blog-Inhabers hervorheben
  • Der Einsatz von Comment Quicktags bewirkt das Buttons über dem Kommentarfeld eingefügt werden, sodass der Besucher seinen Kommentar formatieren kann

Weitere sinnvolle Plug-Ins für den Kommentarbereich werden in schönen Übersichten bei Elmastudio und Blogprojekt beschrieben.

Social Media Buttons

Über den Einsatz von Social Media Buttons hatte Ralf hier am Blog erst kürzlich berichtet und auch ich meine zumindest die beiden großen Social Media Dienste Twitter und Facebook sollten durch Buttons am Blog vertreten sein um dem Blog-Besucher die Möglichkeit zu geben den Artikel in seinem Netzwerk zu verteilen. In letzter Zeit sieht man den neuen Google+ Button auch immer öfter, sodass man mittlerweile auch diesen zu den „Must-have“ Buttons zählen könnte.

Weitere Dienste über die man nachdenken kann, sind z.B. Flattr, Wikio, StumbleUpon oder auch Delicious. Neben den genannten Social Media Diensten erachte ich es jedoch als zwingend erforderlich einen RSS-Button im Artikel-Footer einzufügen, um den Lesern die Möglichkeit zu geben den Artikel per RSS-Feed zu abonnieren. Ich habe in diesem Zusammenhang die Erfahrung gemacht, das es manche Leser bevorzugen den RSS Feed via Email zu empfangen, sodass man auch dies bei der Erstellung der Social Media Buttons berücksichtigen sollte. Feedburner hat sich hier als quasi Standard in der Blogosphäre etabliert.

Weitere Ansätze für den Artikel-Footer

Um den Artikel-Footer zu individualisieren gibt es neben den in diesem Artikel aufgezeigten Möglichkeiten noch die eine oder andere weitere Option, die ich abschließend hier nennen möchte:

  • Einbau der Facebook-Fanbox um die Fans der eigenen Blog-Fanseite bei Facebook anzuzeigen und somit dem Besucher die Möglichkeit geben „Fan zu werden“.
  • Darstellung von thematisch ähnlichen Artikeln (wie dies funktioniert hat Ralf in seinem Artikel WordPress: Related Post Plugin von Sergej Müller beschrieben)
  • Einer Grafik „Jetzt meinen RSS Feed abonnieren!“ installieren um nochmals auf den RSS-Feed hinzuweisen
  • Um mit dem Blog ein wenig Geld zu verdienen kann man natürlich auch Werbebanner integrieren, z.B. Google Adsense, Affiliates oder bezahlte Direkt-Marketing Banner
  • Wer eigene Produkte oder Dienstleistungen anbietet kann über diesen Weg nochmals auf sein Portfolio aufmerksam machen

Und jetzt bist du dran, wie hast du deinen Artikel-Footer gestaltet? Hast du noch weitere Ideen, welche man umsetzen könnte? Kennst du interessante Plug-Ins für die Gestaltung des Artikel-Footers?


Über den Autor

Tobias Hagemeister befindet sich derzeit in der Gründungsphase seines jungen Startups Blog-Werkstatt. Das Unternehmen bietet zukünftig Dienstleistungen rund um die Erstellung von Webseiten mittels WordPress. Ergänzt wird das Angebot durch Leistungen aus dem Bereich Social Web Marketing und Web Design.  Neben der Blog-Werkstatt schreibt Tobias Hagemeister noch bei Freie Zeit –  einem Blog rund um das Thema Weltreisen.

Alle wichtigen Links von Tobias Hagemeister:

Tobias: Xing
Blog-Werkstatt: WebsiteRSSTwitter
Freie Zeit: Blog – RSS – FanpageTwitter

7 Kommentare für “Wie gestalte ich ansprechende Artikel-Footer in WordPress?”

  1. Netter Artikel, aber mit einem ganz bösen Foul.

    Um allerdings Hyperlinks in den biographischen Angaben bzw. in der Beschreibung des Autorenprofils zu ermöglichen ist eine kleine Anpassung der Datei default-filters.php im Ordner wp-includes notwendig.

    Niemals, wirklich niemals in den Kerndateien / – funktionen von WordPress rumeditieren und schon gar nicht wild irgendwelche Filter entfernen.

    An die im Profile des Autors hinterlegte Links kommt man jederzeit über the_author_meta heran. Wie das geht, hab ich vor einiger Zeit mal hier beschrieben.

    Ansonsten, wie schon eingangs gesagt, guter Artikel mit nützlichen Tipps. Danke dafür.

  2. Hallo Helmut-Peter!

    Vielen Dank für den Hinweis, wie heißt es so schön, man lernt nie aus.
    Interessanter Artikel von dir, wie man die Kontaktinformationen in WordPress erweitern kann. Ich muss mich wohl nochmals ausgiebiger mit der Materie beschäftigen.

    Und wieder ein neuer Blog für meine Blogroll :-)

  3. Ich habe bei mir im Artikelfooter noch die Punkte „verlinkte Websites“ und „Quellen“ per benutzerdefinierter Felder in die Box mit den Metadaten eingebaut, in der auch die Buttons der social networks vertreten sind. Meine Autorenbox erweiterte ich um Angaben zu den social networks. Die URLs zu den Diensten können im Profil im Backend hinterlegt werden.
    Zur Zeit bastel ich gerade daran auch die Feeds der Kategorien hinter der jeweiligen Kategorie ausgeben zu lassen.

  4. Hallo Luigi,

    Das sieht beim Yoko Theme super aus. Deine Anpassungen gefallen mir insgesamt sehr gut. Ich sehe schon, da wartet noch ein wenig Arbeit auf mich.
    Aber ein Blog ist ja bekanntlich nie fertig…

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