07.04.11

Diskussionen gibt es schon lange und immer wieder. Mal mehr, mal weniger. Es geht um die Verlinkung in Artikeln. In den letzten Tagen hab ich 2-3 Artikel gelesen in denen keinerlei Links vorhanden waren. Mir kamen die Artikel dadurch recht tot vor und mir gingen ein paar Dinge durch den Kopf, die ich hier mal von mir geben möchte.

Wobei es nicht nur um meine Eindrücke gehen soll, sondern auch um allgemeine Dinge. Fangen wir aber vorne an.

Durch externe Links verliere ich Besucher!?

Leider eine Meinung, die immer noch bei vielen im Kopf herum schwirrt. Es gibt also Leute, die glauben, dass sie mit dem Setzen von Links auf externe Seiten mehr Schaden anrichten. Warum? Sie glauben, dass ein Besucher den Link klickt und dann nie wieder kommt. Weg ist der potentielle Stammleser. Nun stellt sich die Frage ob das so ist und ich denke man muss zwischen 2 Szenarien unterscheiden:

  1. Der Link wurde in einem schlechten Artikel auf einem schlechte Blog ohne Mehrwert gesetzt.
  2. Der Link wird in einem guten Artikel auf einem interessanten Blog mit viel Mehrwert gesetzt.

Im ersten Falle könnte die oben genannte Ansichtsweise richtig sein. Ist der Artikel nichts und macht auch der Blog an sich einen schlechten Eindruck heißt es wohl auf nimmer wiedersehen lieber Besucher. Anderseits. Wenn man es schon nötig hat, Leser zu binden, indem man keine Links setzt ist eh schon alles verloren. Zudem wird die Seite trotzdem enttäuscht geschlossen, auch ohne Links.

Im zweiten Falle sieht das wieder anders aus. Ein Blog der einen guten Eindruck macht – Ein Artikel der mir Mehrwert bietet und weiterführende Links die mir mehr Mehrwert bieten. Da kommt man doch gerne wieder, oder nicht?

Quellen-Nennung das Mindeste

Auch wenn man sich dafür entscheiden sollte, externe Links im Text zu meiden – aus welchen Gründen auch immer – sollte man eines immer tun. Nennung und Verlinkung der Quelle.
Es gehört sich einfach nicht, sich z.B. eine Artikelidee zu nehmen und etwas abgeändert bei sich zu veröffentlichen. Da ist das Mindeste die Nennung der Quelle. Gleiches gilt übrigens auch für englische Artikel. Nicht einfach übersetzen und so tun als wäre alles auf dem eigenen Mist gewachsen. Das gehört sich einfach nicht.

Gerade in letzter Zeit ist mir da ein Spezialist aufgefallen. Viele seiner veröffentlichten Artikel sind 2-3 Tage oder 1-2 Wochen vorher schon auf anderen Blogs erschienen oder aus dem englischen abgekupfert. Das ist ja an sich nicht das Problem – Aber wenn man es als eigenes Werk „verkauft“ ist das einfach scheiße. Ich denke mehr muss man dazu auch nicht sagen.

Verhalten eines möglichen Lesers im Vergleich

Für die, die Angst haben Leser zu verlieren möchte ich mal meine Sichtweise des Verhaltens von Lesern in einer Grafik aufzeigen. Natürlich ist das keine Sache die pauschal als richtig geltet. Aber es spiegelt meinen Eindruck vom Leserverhalten resultierend aus meinem eigenen Verhalten. Letztlich einfach nur eine Überlegung bzw. meine Gedanken dazu:

Schauen wir uns also ein mögliches Verhalten des Lesers an:

1. Variante ohne Links

  1. Der Besucher kommt über Suchmaschinen oder einen Link (aha!) auf einen Blog.
  2. Der Besucher klickt einen Artikel, in dem es um eine Software-Vorstellung geht, an und liest ihn sich durch.
  3. Da die SW nicht verlinkt wurde muss der Leser nun zu Google und den Namen des Software eingeben um auf die Seite zu gelangen.
  4. Das wars, die Google-Suche wurde geöffnet, der Blog geschlossen und weg ist der Besucher.

Genau so erging es mir letzte Woche, also ich von einer neuen Software gelesen habe und mich dann aufgeregt habe, das ich nun noch nach der Seite des Herstellers suchen musste um mir das Tool auch herunterzuladen.

2. Variante mit Links

  1. Der Besucher kommt über Suchmaschinen oder einem Link (ohoo!) auf einen Blog.
  2. Der Besucher klickt einen Artikel, in dem es um eine Software-Vorstellung geht, an und liest ihn sich durch.
  3. Durch einen Link direkt zum Hersteller gelangt er direkt zur SW-Seite um diese herunterzuladen. Zudem ist noch ein weiterführender Link zu einem Tutorial eingebaut, das mir die Bedienung erklärt und Tipps gibt. Die 2 weiterführenden Links öffnet der Leser in einem neuen Tab.
  4. Nachdem er die Software heruntergeladen hat und sich das Tutorial als Bookmark abgespeichert hat kehrt er automatisch zurück zum Blog und abonniert dessen RSS-Feed, da er in Zukunft weitere solch gute Tipps erhalten möchte.

Fazit

Eine Begründung für die Angst die manche haben (Leser könnte verschwinden und nicht wieder kommen) gibt es in den meisten Fällen nicht. Im Gegenteil. Links sind richtig verwendet Mehrwert für einen evtl. ohnehin schon guten Artikel und veranlassen den Leser eher dazu z.B. den Feed zu abonnieren, als ein Blog mit einem Artikel ohne Links. Ein Grund ist die lästige Suche nach der Software-Seite um sich das Produkt auch wirklich anzugucken (um beim Beispiel zu bleiben). Die Software erfordert etwas Einarbeitung? Na toll, jetzt muss der Leser auch noch eine Dokumentation oder ein Tutorial suchen.

Setzt man also gleich die passenden Links, ist der Leser in den meisten Fällen zufrieden und eher dazu geneigt den betreffenden Blog mit dem Stempel „Mehrwert“ zu versehen und dessen Feed oder sonst was zu abonnieren.
Und zum Minimum, der Qellen-Nennung, muss nichts weiter gesagt werden. Wer das nicht macht, macht nicht mehr lange 😛

29 Kommentare für “Artikel ohne Links sind tote Artikel!”

  1. Ich muss dir recht geben, Ralf. Das denken, das man dann einen Besucher verliert, ist weit verbreitet, aber nicht richtig. Trotzdem sollte man aber die Seite die man verlinkt, auch gut anschauen, schließlich erwartet der Besucher ein gewisses Niveau und nicht irgendeine dahergelaufene Seite. Trotzdem frage ich mich, wieso du dazu rätst, Links in Artikel einzubauen, selber aber nicht verlinkst 😀 😛

  2. Klar sollte man sich die Seite angucken. Wenn man nur Bullshit verlinkt kann man es auch gleich lassen 😀

    Warum ich nicht verlinke? Na weil es weder eine Quelle noch weiterführende Infos zu meinem Gedankengang gibt. 😛
    Nee, ich verlinke ja viel und gern. Erst kürzlich 19x und nochmal 170x in nem PDF 😛 😀

  3. Interessanter Artikel, bei dem – wie von Bohn inzwischen gewohnt – wieder was gelernt habe :-)

    Ich verlinke selten in meinen Artikeln. Das liegt aber wohl auch daran, dass ich selten einen Grund bzw. eine andere, thematisch passende Seite habe oder finde, zu der ich verlinken würde. Da tue ich mich noch etwas schwer, arbeite daran.

    Liebe Grüße
    Alex

  4. Hallo,

    in meinen Artikeln benutze ich mehr oder weniger oft Infos aus anderen Blogs oder Webseiten.

    Wenn ich etwas zitiere, gebe ich sofort den Link zur Quelle an. Wenn ich die Informationen in meine eigenen Text einbaue, setze ich am Ende des Artikels die Links, mit dem Zusatz mehr Infos etc., an den Schluss meines Artikels.

    Da die externen Links in einem neuen Fenster göffnet werden, bleibt meine Seite aktiv. Die Besucher können weiter meinen Artikel lesen und zusätzliche Infos auf der anderen Seite finden.

    Wenn die Besucher trotzdem nicht mehr zurückkommen, waren die anderen Seiten halt interessanter als mein Artikel – dann muss ich eben damit leben.

    Gruß
    Volker

  5. Hallo Volker, so sollte man das auch handhaben und grundsätzlich kann man eh nicht jeden Leser binden. Aber was deinen letzten Absatz angeht: Spätestens wenn er dann das zweite Mal auf deine Seite stößt wird er sie sich abspeichern oder abonnieren. Außer es ist jemand, der so was grundsätzlich nicht macht. Davon gibt es ja auch genug.

  6. Huhu,

    ich würde Dich gern fragen, ob Du dem „Spezialisten“ mal einen Kommentar geschickt hast, dass Du es netter fändest, wenn Quellenangaben vorhanden wären?
    Ich kenne einige Bloganfänger (mich da mal mit eingeschlossen), die immer dankbar sind für Hinweise. Konstruktive Kritik bringt einen schließlich weiter :)

    Und ansonsten: Schöner Gedankengang, den ich so noch nicht gelesen habe. Und ich finde es schwer, immer Themen anzusprechen, die einem wichtig sind, die aber vermutlich schon 10fach bearbeitet wurden.
    Hast Du dazu auch Tipps?

    LG
    Petra

  7. Ach und noch eine Frage an @Volker und alle anderen:

    Links auf weitere Infos eher unten oder mitten im Text?
    Links auf Quellen eher unten oder mitten im Text?

    Wie handhabt ihr das? Gibt es eine Regel oder eher nur ein „Gefühl“?

  8. @Petra, nein, ich habe dem „Spezialisten“ nichts gesagt und das werde ich auch nicht tun. Er muss selbst wissen was er tut. Früher oder später wird er aber sicherlich Gegenwind bekommen. Ich halte mich in der Regel raus solange nicht meine Inhalte „geklaut“ werden oder die, von direkten Bloggerkollegen.

    Ein Thema kann auch 100fach behandelt worden sein, wenn du deine eigene Meinung dazu hast und zusätzlich noch auf andere verlinkst kann das ja trotzdem interessant sein. Außerdem ist nicht gesagt das auch deine Leser die anderen 10 Artikel gelesen haben und nicht an deiner Ausführung interessiert sind. Letztlich kann man das Rad nicht immer neu erfinden und es geht dann viel um die eigene Meinung und Erfahrungen.

    Was die Verlinkung angeht, also wo man diese machen sollte, ist es meiner Meinung nach Geschmackssache. Ich persönlich verlinke in der Regel am liebsten aus dem Text heraus. Warum kann ich dir nicht sagen und auch nicht, ob nun eines von beiden besser ist. Ich denke aber nicht und man sollte einfach seine „Version“ finden.

  9. Hallo Petra,

    wenn ich direkt zitiere kommt der Link sofort danach. Wenn ich einen Einschub, eine Zusatzinformation etc. schreibe, kommt der Link oft sofort danach.

    Wenn ich die Infos im Text verteil habe, setze ich die Links meistens am Ende des Artikels.

    Aber eigentlich ist es, glaube ich, nicht ganz so wichtig wie man die Links verteilt.

    Es ist halt nur fair, wenn man überhaupt Links setzt. Soweit ich weiss, ist man sogar verpflichtet seine Quellen anzugeben – auch wenn es nicht alle Menschen tun.

    Gruß
    Volker

  10. Geb Dir da voll und ganz recht, aber Punkt 4 bei der Variante mit Links ist meiner Meinung nach trotzdem streitbar. Ich merk es an mir, wenn ich was such dann will ich schnell zum Ziel, bin ich am Ziel geh ich in der Regel nicht mehr irgendwohin zurück um nen Feed zu abonnieren.

  11. @Markus, vollkommen richtig. Das ist auch nur ein mögliches Verhalten. Aber bei Variante 2 mit den Links ist der Leser eher dazu geneigt so vorzugehen, weil er evtl. auch zukünftig Mehrwert in der ursprünglichen Seite sieht.

    Mit der Variante ohne Links, ist es dagegen eher unwahrscheinlich!

  12. Ich muss sagen, dass Verlinkungen das Salz in der Blog-Suppe sind. Auf diesem Weg finde ich nicht nur weitere interessante Blogs, sondern vor allem auch häufig umfassendere Lösungen meiner „Herausforderungen“.

    OK, man könnte sich auch durchgooglen, aber die qualitative Komponente fällt bei den Suchergebnissen oft hinten runter … und es macht nicht so viel Spaß ;-).

    Problem ist gelegentlich, dass man sich schon einmal mit einem Thema beschäftigt, ohne zu wissen, dass es etwas ähnliches schon an anderer Stelle gibt. Da besteht natürlich schon die Gefahr, dass man unbewusst den „Guttenberg“ raushängen lässt …

  13. Mein Fazit: Ich werde jetzt jedenfalls mehr drauf achten 😀

    Und aber noch ein Lob: Mir ist gerade das Artikelbild ins Augegefallen – gute Idee!

  14. Ich kann für mich folgendes feststellen.

    Gibt es interessante Internetseiten auf die ich verlinken möchte, weil Sie vielleicht auch zum Thema passen oder eine Quelle darstellen, tu ich dies.
    Weil ich auch die Möglichkeit dem Leser bieten möchte, sich vielleicht weitere Informationen zu verschaffen.

    Was mich aber an ganz vielen anderen Blogs, Internetseiten, Foren oder was weiß ich noch alles stört, ist das diese Links von der Ursprungsseite weg führen. Also keinen Blank haben. Da werde ich richtig maulig, weil in dem Zusammenhang habe ich dann z.B. auch oftmals keine Lust zurückzukehren zu der Ursprungsseite.

    Bei meinem kleinem Blog sind alle externen Links als Blank gesetzt, so das der Besucher selber entscheiden kann ob er das Fenster oder den Tab von meinem Blog schließt oder nicht.

  15. @Thomas, ja, so geht es mir auch, wobei ich dazu sagen muss, das ich hier im Blog interne Links, vor Allem wenn sie am Ende eines Artikels stehen, immer im selben Fenster öffnen lasse.

    Ich hab mir selbst aber schon angewöhnt, das ich alle Links die ich klicke automatisch in einem neuen Tab öffnen lasse. Man weiß ja nie 😉

  16. Sehr guter Artikel, er spricht mir aus dem Herzen, viel zu wenig Blogger tun etwas gegen den Linkgeiz, aber Backlinks wollen sie alle haben. Mein Motto „Jeder Artikel verdient einen Empfehlungslink – nofollow-frei!“ teilen wohl sehr wenige Blogger. Ich mache mir bei fast jedem Artikel die Arbeit und suche aus meinem Feedreader, alternativ Google Blogsuche, einen Empfehlungslink heraus, welcher thematisch passt. Ohne Hintergedanken, ohne Gegenleistung. Als „Dankeschön“ wird noch der Trackback abgelehnt. Schade eigentlich, dabei freue ich mich genauso wie du, wenn ich auf direktem Wege und ohne Umwege dahin komme wo ich hinmöchte. Grüße Daniel

  17. Gute Zusammenfassung der Linkgeiz-Seuche Ralf. Ich sehe das genauso wie du, ein (oder besser mehrere) weiterführende Links bieten einen erheblichen Mehrwert. Gleichermaßen für User und Suchmaschine. Hoffentlich öffnet der Artikel dem einen oder der anderen die Augen.

    @Petra: ich verlinke meistens direkt im Artikel.

  18. Ich finde auch, dass es eine Art Gebot von Fairness ist, man will ja schließlich selbst auch verlinkt werden. Zu spammy darf es allerdings nicht wirken, da gibt es auch Beispiele, wo auf alles Erdenkliche inklusive Wikipedia verlinkt wird… Es muss eben passen und stimmig sein, ich denke, da bekommt man, wenn man viel schreibt und liest, mit der Zeit auch ein Gefühl dafür.

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